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Bedürfnisse der Hunde

Was ein Hund braucht zum glücklich zu sein.

Hunde sind anders, Frauen auch

Gerne neigen Menschen dazu, die bei ihnen lebenden Hunde zu vermenschlichen. Doch genau so wie man in vielen Ratgebern nachlesen kann woher die häufig auftretenden Kommunikationsprobleme zwischen Männern und Frauen kommen (nämlich in den unterschiedlichen Denkweisen), so kann Mensch ebenfalls lernen das Wesen des Hundes zu verstehen, zu respektieren und entsprechend zu handeln. Hunde denken anders aber sie sind dadurch nicht weniger wert! (vergl. Sexismus mit Speziesismus)

Geordnetes Umfeld

Eine stabile Familie bzw. Gruppe ist unersetzlich. Wenn Hunde mit Menschen (oder anderen Tieren) zusammenleben müssen, die starke psychische Probleme haben, werden sie automatisch selbst Verhaltensstörungen entwickeln. Hunde brauchen eine ausgeglichene, starke Persönlichkeit an der sie sich orientieren können.

Bewegung

Das wichtigste im Leben eines Hundes ist Bewegung. Hierzu reicht nicht der größte Garten oder die härteste Arbeit. Ein Hund muss in der Natur laufen um glücklich zu sein. Drei mal täglich eine halbe Stunde ist dabei absolutes Minimum. Experten empfehlen je nach Energieniveau des Hundes sogar drei bis acht Stunden täglich intensive Bewegung an der frischen Luft zusätzlich zum Garten und den Spielstunden.

Jeder Outdoorsportler kann hier nachvollziehen wie ähnlich die meisten Hunde in diesem Bereich vielen Menschen sind. Doch viele Menschen können ihren Ausgleich notfalls auch anders erhalten, für die meisten Hunde ist dies unmöglich. Sie brauchen ihren Auslauf unbedingt für ihr psychisches Gleichgewicht. Sind Hunde nicht ausgelastet, treten Probleme auf.

Positive Führung

Dies ist ein Punkt, der insbesondere “Hundeliebhabern” oft sehr schwer fällt. Doch noch viel schwerer als zu erkennen dass Hunde ein Alphatier brauchen und notfalls selbst diese Position einnehmen (müssen) ist es, das richtige Maß zwischen “verhätscheln” und “unterdrücken” zu finden.

Hunde brauchen Führung. Sie brauchen einen Boss. Dieser darf sie natürlich nicht pausenlos schikanieren und misshandeln. Doch die meisten Hunde brauchen tatsächlich jemanden, der entscheidet was richtig ist, jemanden, auf den sie sich völlig verlassen können. Wichtig ist jedoch besonders, dass der Mensch auch weiß was richtig ist und nicht nur aus übersteigertem Selbstwert, Egoismus oder Faulheit dem Hund Verhaltensweisen aufzwingt, welche weder dem Hund noch der Beziehung zueinander, sondern einzig und allein dem Menschen nutzen. Dann sind wir wieder bei “Herr” und “Sklave” angelangt. Siehe hierzu auch Rudelführer

Konsequenz

Damit ein Hund sich sicher fühlen kann ist es wichtig, dass er weiß was seinen Chef freut und was ihn “auf die Palme” bringt. Wenn ein Hund mal auf das Sofa darf und mal nicht ist dies für ihn schlimmer, als wenn er dies von Anfang an nicht darf. Es bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als immer wieder auszuprobieren wie weit er gehen kann. Dies verursacht Spannungen. Daher ist es notwendig, reflektierte Entscheidungen zu treffen, diese vorher zu hinterfragen und dann auch dazu zu stehen. Natürlich bedeutet es nicht, dass man eigene Fehler nicht auch wieder ändern kann, aber dann sollte man unbedingt auch bei der neuen Regel bleiben. Ständig von einer Regel zur anderen zu springen macht Hunde nervös und unausgeglichen. Beispiele:

Kontakt

Ein Wolfsrudel besteht aus durchschnittlich fünf Tieren. Wir dürfen davon ausgehen, dass Hunde sich ebenfalls in einer ähnlichen Größenordnung am wohlsten fühlen. Ein Hund der nur mit seiner Bezugsperson zusammen lebt, mag für den Augenblick glücklich erscheinen, doch ist die Gefahr der Fixierung und Vereinsamung sehr hoch. Auch wenn jeder ein anderes Idealbild eines guten Rudels hat dürfte eine der angenehmsten Konstellationen die gefestigte Familie mit zwei Hunden sein. Hunde die getrennt von ihrem Rudel (der Familie) die meiste Zeit in Zwinger, Keller oder Garagen leben müssen sind weder glücklich noch leben sie “Artgerecht“.

Auch zu Hunden außerhalb des Rudels sollte ein regelmäßiger Kontakt bestehen, was ebenfalls für die Psyche des Hundes sehr förderlich ist. Ist ein Hund nicht sozialisiert, dürfte es schwer sein für Kontakt zu sorgen. Daher ist es wichtig, so früh wie möglich mit dem Hund in eine Spielstunde zu gehen oder Spaziergänge in der Gruppe zu unternehmen. Auch eine konsequente Erziehung (die nichts mit Unterdrückung und Gewalt zu tun hat) kann sehr hilfreich sein.

Zuwendung

Nicht umsonst steht die Zuwendung an letzter Stelle. Sie ist zwar für einen Hund ebenfalls sehr wichtig, doch der Mensch neigt gerne dazu den Hund mit Liebe zu überschütten (und zu erdrücken), alle anderen Punkte jedoch weitgehend zu vernachlässigen. Tägliche Zuwendung ist wichtig, aber erst, wenn alle anderen Bedürfnisse erfüllt sind und immer nur im richtigen Moment. Wenn wir einen Hund z.B. bei schlechtem Verhalten in den Arm nehmen (auch wenn der Hund noch so einen guten Grund hat, z.B. dass der TA ihm ziemlich weh getan hat), dann verstärkt man dieses Verhalten. Der Hund lernt, wenn ich mich wehre, werde ich gelobt, also ist das gut. Er versteht nicht, dass dies jetzt nun mal sein muss und gleich vorbei ist. Dies ist eine Methode die wir bei kleinen Kindern anwenden, bei Hunden jedoch bewirkt es genau das Gegenteil. Zuwendung muss im richtigen Moment erfolgen. Dominantere Hunde erhalten ihre Zuwendung sogar erst, wenn sie sich zur Unterordnung völlig bereit zeigen; nicht, wenn sie ankommen und die Streicheleinheiten einfordern.

Wichtig

Der perfekte Umgang mit dem individuellen Hund ist oft sehr schwer. Es ist oft ein schmaler Grad zwischen “zu gut gemeint” und “völlig falsch”. Trotz alledem darf man sich nicht entmutigen lassen. Du kannst jeden Tag neu ohne Vorbehalte oder Zweifel und voller Zuversicht beginnen. Informiere dich und höre auf dein Gewissen.

Bei allen Empfehlungen und Hinweisen ist es wichtig, immer auch den Hund als Individuum zu sehen. Natürlich brauchen Hunde z.B. viel Bewegung, aber ein Hund mit einem niedrigen Energieniveau sollte nicht behandelt werden als wäre er ein Leistungssportler, nur weil dies einmal wo gelesen wurde. Man sollte niemals blind und ohne selbst darüber nachzudenken auf das Wort anderer vertrauen (auch nicht bei Experten, auch sie sind wie wir nur Menschen und können auch schon mal Fehler machen!)

Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, sie sind dennoch ohne Gewähr und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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