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Warum Züchten nicht OK ist

Alle Tiere inklusive Hund und Mensch leben um ihrer selbst Willen und nicht, um einem sich höher darstellenden Lebewesen – für welchen Zweck auch immer – zu dienen.

So genannte Haustiere werden produziert und verkauft wie Waren. Dabei werden sie besonders unter ZüchterInnen nach ganz bestimmten körperlichen Merkmalen begutachtet. Sie sollen gemessen an menschlichen Normen, ganz spezielle Eigenschaften besitzen oder gut aussehen und auf Ausstellungen Preise gewinnen. Sind sie dazu nicht geeignet werden sie auf welche Weise auch immer entsorgt. Auch nicht verkaufte Hundebabys werden teilweise vom Züchter möglichst gewinnbringend oder wenigstens kostengünstig entsorgt. Übliche Praktiken sind die Hunde irgend welchen arglosen “Tierfreunden” anzudrehen, die in der Regel bereits nach kurzer Zeit überfordert sind und den Hund wieder weiter geben, häufig mit bekräftigen Androhungen dass wenn sie ihn nicht nehmen, kommt er anders weg... Natürlich ist es verboten die Hundewelpen umzubringen - doch wer kontrolliert wie viele Hunde “geworfen” wurden? Es ist schlichtweg egal und wer weiß welch grausame Methoden es sonst noch gibt, einen Hund schnell und bequem verschwinden zu lassen.

Die als Haustiere betrachteten Individuen sind für viele Menschen nichts anderes als Waren mit einem bestimmten Wert und Sinn. Sie betrachten andere Tiere als minderwertige Lebewesen, die zur Erheiterung des Menschen dienen. Solche Tiere sollen für den Menschen da sein und ihm widerspruchslos gehorchen. Wenn sie diesen Ansprüchen nicht gerecht werden können, werden sie oft einfach weiter gereicht oder wie Abfall behandelt und “entsorgt” — bestenfalls im Tierheim.

Hunde, die für den Menschen produziert wurden und ihnen “gehören”, können nicht frei über ihr eigenes Leben entscheiden. Sie haben kein Mitspracherecht darüber ob sie über Nacht in den Keller gesperrt werden oder mit im Bett schlafen dürfen. Sie wurden gekauft und sind somit nichts anderes als Spielzeuge und Sklaven einer anderen Spezies.

Besonders schöne Hündinnen werden oft als Gebärmaschinen missbraucht. Sie werden geschwängert und bekommen ihre Babys häufig viel zu zeitig weg genommen.

Aus Platzmangel ist Zwingerhaltung oder die Unterbringung im Keller bei den meisten Züchtern die Regel.

Man hilft Hunden nicht, indem man sie aus ihrer misslichen Lage frei kauft. Dadurch wird das Geschäft nur lukrativ. Einem Hund kann man helfen, die vielen anschließend produzierten Babys haben vielleicht nicht so viel Glück.

Wie fühltest du dich,

Doch selbst wenn dem nicht so wäre, es dir grundsätzlich recht gut ginge, so wärest du dein Leben lang Eigentum des Menschen, der dich gekauft hat. Dein Herr alleine würde darüber entscheiden, wie, wo, mit wem und sogar wie lange du leben darfst.

Jeder Züchter behauptet von sich ein Tierfreund zu sein. Aber kann man gleichzeitig Tiere wie Waren verkaufen und sich Freund nennen? Würdest du Freunde verkaufen? Kontrolliert ein Züchter langfristig wo ein Hund landet oder interessiert ihn nur die Bezahlung? Ist man dann nicht eher ein Tierhändler? Ein Tierqualprofitör? Denn wer garantiert, dass es die vielen Babys nach dem Verkauf gut haben? Wer garantiert, dass die zur Gebärmaschine degradierten Mütter nicht nach Leistungsabfall schlichtweg ermordet werden, denn sie kosten dann ja nur noch wertvolle Ressourcen? Wer glaubt ernsthaft, dass Hunde die zu Waren degradiert werden, jemals ein faires Leben geboten bekommen?

Tierärzte kennen das Dilemma. Kostet eine lebensrettende Operation oder Behandlung mehr als ein neuer Hund, so wird sich meistens gegen diese Maßnahme entschieden. Nur in wenigen Fällen ist die egoistisch/emotionale Bindung zum Haussklaven Hund groß genug um sein Leben zu retten. Aber wer überlegt, ob der Hund an sich leben möchte? Dass man eine Verpflichtung bezüglich seines Wohlergehens mit seiner Aufnahme in die Familie eingegangen ist?

Familie J. Beispielsweise kauft sich jedes mal nachdem ein Schäferhund “gestorben” wurde einen neuen und gibt ihm jedes mal den selben Namen. Keine Seltenheit. Wie groß ist hier der Respekt gegenüber dem Individuum? In der Nachbarschaft schaffte sich eine Familie innerhalb zwei Jahren einen großen Hund, einen kleinen Hund, eine Katze und letztlich ein Baby an und zwar nacheinander. Und dies sind leider weder die schlimmsten, noch Einzelfälle.

Warum nimmt der Mensch sich das Recht heraus, sich aufgrund seiner Möglichkeiten über andere Spezies zu erheben und über andere zu bestimmen? Wir dürfen Tiere nicht für unsere Zwecke produzieren und missbrauchen. Es gibt unglaublich viele Lebewesen die derzeit ein Zuhause brauchen. In vielen Ländern werden Tiere, die kein Geld bringen und Straßenhunde einfach umgebracht - wie häufig auch bei uns, nur dort völlig legal.

Da aber Tiere nicht ihrer selbst willen aufgenommen werden, sondern aufgrund menschlicher Prestigelust, Langeweile, Einsamkeit, etc werden weiterhin unzählige Opfer unserer Überflussgesellschaft unter dem Terrorregime Menschheit leiden.

Wer kann mit diesem Wissen noch zu einem Züchter gehen und ein Lebewesen kaufen? Wer kann da selbst Züchten ohne sich in Grund und Boden zu schämen?

Menschen, die sich Hunde kaufen sind keine Tierfreunde sondern Sklavenhalter!

Finde doch bitte einen Freund in Einrichtungen wie Tierheimen oder Vermittlungsstellen!

Siehe auch: Hunderassen

Was geschieht mit ungewollten Babys?

Eberhard Trumler gibt uns die Antwort in seinem so wunderschön benannten Buch “Hunde ernst genommen”: “Hierzu ein ernstes Wort. All meiner Erfahrung nach, die ich nicht allein auf meine Hunde zu beschränken brauche, sondern zu der sich sehr viele Beispiele gesellen, die mir mitgeteilt worden sind, ist es viel besser, die Hündin den vom Züchter ungewollten Wurf austragen als ihr vom Tierarzt eine Spritze geben zu lassen. Die Tragzeit schadet der Hündin mit Sicherheit nicht; für die Spritzen möchte ich nicht meine Hand ins Feuer legen. Den unerwünschten Welpensegen aber nimmt man der Hündin weg, ehe die Kleinen zum Saugen gekommen sind, und überliefert ihn dem Tierarzt, der ihn schmerzlos tötet. Am nächsten Tag wird die Hündin frisch und munter sein und nichts vermissen. Welpen, die nicht saugen, sind sofort vergessen.”

Unglaublich! Und es geht noch weiter, weder um die Babys noch um die Psyche der Hündin wird sich ernsthaft Gedanken gemacht, sondern lediglich darum, was denn der Zuchtverband dazu sagen wird. Wenn es ums Kapital geht, ist aber in jedem Bereich schnell ein passendes Argument gefunden...

Freilich wird mancher Rassehundhalter da Bedenken haben. Man müßte nämlich endlich einmal die Zuchtverbände davon überzeugen können, daß wir im zwanzigsten Jahrhundert leben und daß die biologische Forschung schon so weit vorangekommen ist, daß man mit absoluter Sicherheit sagen kann: Eine Rassehündin ist nicht »verdorben« und »zuchtuntauglich«, wenn sie einmal von einem rassefremden Rüden Welpen ausgetragen hat. Auf den Mond können wir fliegen, aber anderswo scheint noch finsteres Mittelalter zu herrschen.

Sehr schön gesagt. Auf den Mond kann man fliegen, aber sich an unschuldigen Lebewesen schamlos zu bereichern ist auch heute noch völlig ok. Jeder, der sich mit dem Thema etwas eingehender beschäftigt hat weiß, dass bereits die Schwangerschaft sehr kräftezehrend für eine Hündin ist. Jeder, der schon einmal eine gar nicht so alte Hündin gesehen hat, die als Gebärmaschine missbraucht worden ist, weiß wie abscheulich so etwas ist. Mal ganz abgesehen von der Psyche und dem Werdegang der Welpen.

Krankheitsentwicklung

Durch die hemmungslose Produktion von Individuen sind viele Anomalien und Erkrankungen entstanden, die den Hund ein Leben lang abhängig machen von der Pflege des Menschen. Den Produzenten und Käufern ist dies egal, für viele Hunde bedeutet es jedoch ein Leben voller Qual.

Hierzu ein Bericht von Alwin Schönberger: “Die Vielfalt der modernen Züchtungen ist vielmehr ein äußerst junges Phänomen: Die meisten der heute gut 400 Hunderassen entstanden erst in den vergangenen 150 Jahren - samt all den bizarren Erscheinungsformen, welche die Tiere beim Atmen behindern oder anfällig für bestimmte Krankheiten machen. Rund 350 erbliche Leiden konnten Genetiker bei Rassehunden inzwischen nachweisen.”1)

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1) Alwin Schönberger; Die einzigartige Intelligenz der Hunde; S. 66