Sie befinden sich hier: Vegan-Hund » Hintergründe » Hintergründe » Beitrag in der Tierbefreiung

Inhaltsverzeichnis

Beitrag in der Tierbefreiung

Dies ist der Originaltext, welcher an die Tierbefreiung geschickt wurde und so (oder so ähnlich) in der Tierbefreiung vom März 2007 erschien.

Haustierhaltung und Opferversorgung

Die meisten Menschen schaffen Haustiere für sich oder ihre Kinder an. Haustiere dienen in unserer Gesellschaft hauptsächlich als Partnerersatz, Hobby, Therapieinstrument oder Spielzeug für Kinder. Haustiere sind lebendige Waren – nichts weiter. Ein Hund hat immer nur den Wert, welchen er von einem Menschen zugeschrieben bekommt. So werden Beagles beispielsweise auf der einen Seite für Tierversuche verbraucht und sind anderen Orts dagegen auf den ersten Blick „geliebte Familienmitglieder“. Ein Welpe beim Züchter besitzt nur den Wert, der für ihn gezahlt wird und für viele Hundebesitzer scheitert eine lebensrettende Operation häufig an den kaufpreisübersteigenden OP-Kosten.

Eher selten wird nach den Bedürfnissen des jeweiligen Lebewesens gefragt. Viele Kleintiere werden in Einzelhaft gehalten, da sie sich so einfacher an die menschlichen Übergriffe gewöhnen und „zahm“ werden. Bei Hunden oder Katzen entscheidet oft nicht Charakter oder Wesen ob Hund oder Katze zu ihren künftigen Menschen passen, sondern die Rasse, Alter oder Größe. Ganz nach Kundenwunsch wird das Warenangebot angepasst: Größe, Form und Farben, ja sogar Verkrüppelungen werden den Hunden angezüchtet oder zugefügt. Beispiele sind unzählig, hier nur einige: Der Boxer wäre schon eine tragische Züchtung an sich, doch dies reicht dem modebewussten Menschen nicht aus. Der Hund bekommt den Schwanz und vor einiger Zeit sogar noch die Ohren abgeschnitten, um sein charakteristisches Aussehen zu erhalten. Ein weiteres trauriges Exemplar ist der Mops, welcher unter schmerzhaften Hautfalten oder abnorm verkürztem Nasenrücken leidet, wodurch sogar enorme Atembeschwerden entstehen. Schäferhunde leiden zuchtbedingt häufig unter Hüftproblemen und Dackel sollten nur im Erdgeschoss leben. Ob langes Fell oder gar keines, lange oder kurze Beine, Belege für den menschlichen Irrsinn sind schier unerschöpflich. Der Markt boomt - sowohl an speziell produzierten Tieren, als auch an ihrem noch speziellerem Zubehör: Angefangen beim Antibellhalsband über chice Schleifchen fürs Haar bis hin zur – natürlich im Tierversuch getesteten - Hundezahnpasta. Kann man hier überhaupt noch von Tierliebe oder gar Respekt sprechen? Wohl eher nicht.

Viele TierrechtlerInnen nehmen, wenn es ihnen möglich ist, die Opfer der Tierqualindustrie auf, um ihnen ein möglichst freies Leben zu ermöglichen. Oft bedürfen die physisch und psychisch misshandelten, verhaltensgestörten oder schwerkranken Hunde besonderer Pflege – mit welcher sich ihre ehemaligen „Besitzer“ nicht belasten wollten und sie daher ausgesetzt oder in Tierheime abgeschoben haben.

Der karitative Tierschutz wie er üblicherweise praktiziert wird, ist jedoch ein Fass ohne Boden, solange Tiere gezüchtet und wie Waren gehandelt werden. Überall auf der Welt werden „überflüssige“ Tiere in staatlichen Tierheimen ermordet, um der Flut herrenloser Hunde und Katzen Herr zu werden. Alles nur, weil der Trend eine bestimmte Rasse als Haustier vorgibt und diese zu allem Überfluss extra produziert wird. Für solche Menschen sind andere Tiere keine Lebewesen, sondern Waren! Kaum jemand trifft bewusst die Entscheidung, sich eines hilfsbedürftigen Wesens um seiner selbst willen anzunehmen. Der Hund muss in seiner ihm zugeschriebenen Rolle stets funktionieren, ansonsten wird er einfach ausgewechselt oder so lange bearbeitet, bis er gefügig ist. Die Menschen werden nie verstehen, dass andere Tiere keine Waren sind, solange sie diese genau wie Waren kaufen und wieder entsorgen können.

Hundenahrung

Etwa 900 Millionen Euro wird jährlich nur in Deutschland für so genanntes Hundefutter ausgegeben. Ein enormer Umsatz, der den Mord an Tieren, die unter anderem zu Hundefutter verarbeitet werden, besonders rentabel gestaltet. Die meisten Billigmarken enthalten sogenannte Schlachtnebenprodukte, welche ähnlich wie Leder maßgeblich den Gewinn aus einer Schlachtung erhöhen. Verschiedene Firmen brüsten sich außerdem damit, keine Abfälle der Fleischindustrie zu verwenden. Diese Aussage lässt vermuten, dass sie sogar extra für ihr Hundefutter andere Tiere ermorden. Der Kauf von tierhaltiger Hundenahrung bedingt in jedem Fall die Ermordung von unschuldigen Individuen und steigert die Rentabilität der Fleischproduktion.

Wer als vegan lebender Mensch andere Tiere aufnimmt, steht vor verschiedenen ethisch fragwürdigen Entscheidungen. So sehen TierrechtlerInnen die Gefangenhaltung im Haus von anderen Tieren als inakzeptabel an, aber unschuldige Opfer im Stich zu lassen ist ebenfalls undenkbar. Dadurch, dass freie Individuen in dieser Gesellschaft nicht toleriert werden und sogar Jäger vom Gesetz ermuntert werden streunende Hunde im Wald zu erschießen, müssen TierrechtlerInnen den bei ihnen lebenden Hunden oft viel zu enge Grenzen setzen, um ihr Leben zu schützen. Eine weitere Grenze setzt jedoch die eigene Moral. Wer die Ausnutzung und Ermordung von Tieren zur Ernährung ablehnt, der lehnt sie auch für die sonstigen bei ihm lebenden Tiere ab, die sich nicht selbst versorgen. Die Praktik vieler Tierschutzmenschen, das Leben des einen Tieres zu retten, hingegen das des anderen willkürlich zu nehmen, kann von TierrechtlerInnen nicht geteilt werden. TierrechtlerInnen respektieren Kühe, Schweine und alle anderen Tiere ebenso wie Hunde. Ein Widerspruch in sich – mögen viele aufgrund der hundetypischen Physiologie vermuten – doch die Realität sieht anders aus.

Warum essen?

Die Nahrungsaufnahme dient in erster Linie der Energiezufuhr. Des Weiteren werden verschiedene Nährstoffe für die Versorgung des Körpers benötigt. Der Körper zieht die Nährstoffe aus dem Essen und transportiert sie an die benötigten Stellen im Organismus. Es gibt jedoch keine Nährstoffe, die wir nicht aus pflanzlichen, mineralischen oder synthetischen Quellen beziehen können. Der einzige Unterschied zwischen veganer und tierischer Nahrung besteht in der unterschiedlichen Konzentration der enthaltenen Energie, sowie der Nähr- und Giftstoffe für den jeweiligen Körper.

Wenn wir Energie und Nährstoffe der pflanzlichen Nahrung genau auf die Bedürfnisse unserer vierbeinigen Mitbewohner anpassen, gibt es keinen Grund für deren Nahrungsaufnahme andere Tiere zu ermorden. Tierärzte, die sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigten, kommen zu dem Ergebnis, dass eine rein pflanzliche, mit Nährstoffen angereicherte Nahrung nicht nur genau so gut, sondern aufgrund der hohen Giftstoffkonzentrationen in nutztierischem Gewebe sogar häufig wesentlich gesünder ist. Vorreiter ist hier der englische Tierarzt Dr. Andrew Knight, sowie der berühmte Autor James A. Peden, welche die Möglichkeiten veganer Hundeernährung analysierten. James A. Peden schrieb ein Buch über vegetarische Hunde- und Katzenernährung und entwickelte verschiedene speziell auf die Bedürfnisse von Hunden oder Katzen abgestimmte Nahrungsergänzungen, um eine optimale Nährstoffversorgung garantieren zu können.

Letztes Argument wäre der vermeintlich bessere Geschmack von Fleisch. Angesichts der Ermordung eines Individuums für GESCHMACK! Sei hier nur am Rande erwähnt, dass mit ein bisschen gutem Willen spätestens nach einer kurzen Umstellungsphase vegane Hunde- und Katzennahrung so gut angenommen wird wie omnivore. Das Angebot ist heute bereits sehr vielfältig. Selbst im normalen Supermarkt sind sog. vegetarische Produkte, die teilweise auch vegan sind, zu kaufen. Besonders gut angenommen werden häufig die Sorten Vegusto und Yarrah.

Kuh- oder sonstige Leichen in der Dose sind keine natürliche Nahrung für Hunde, auch wenn sich die derzeitige Fastfoodgeneration so etwas gerne einredet. Hunde an sich sind im Grunde bereits nicht „natürlich“. Rein pflanzliche Nahrung ist ohne beschämende Kompromisse möglich!

Die Homepage www.vegan-hund.de klärt in aller Ausführlichkeit über die Hintergründe und Grundlagen veganer Hundeernährung auf und bietet darüber hinaus eine Vielzahl an Tricks und Hilfen im täglichen Hundeleben.

Anmerkungen

Soweit zum Original. Leider haben wir die veröffentlichte Version nicht vorab erhalten, sonst hätten wir noch bemerken können, dass der letzte Satz raus genommen wurde und unsere Homepage in veganer-hund.de geändert wurde. Des weiteren ist uns wichtig zu erwähnen, dass wir einige Photos von vegan ernährten Hunden der Redaktion zur Verfügung gestellt haben. Ob der in der Tierbefreiung veröffentlichte Hund nun wirklich vegan ernährt wird und ob das Halsband welches er trägt nicht aus Leder ist können wir leider nicht nachvollziehen.

zurück zu Hintergründe