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Perfektion und moralische Grenzen

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass niemand Perfektion erreichen kann - insbesondere nicht in moralischen Fragen. Alleine dadurch, dass wir existieren engen wir andere Lebewesen ein und zerstören ihren Lebensraum, doch wir haben ebenfalls wie sie den Anspruch zu leben. Gleichzeitig jedoch haben wir aufgrund unseres komplexen moralischen Denkvermögens die Verpflichtung, unser Leben so zu führen, dass wir anderen oder zumindest jenen, die uns am Herzen liegen, möglichst wenig schaden.

Nun gibt es immer Fälle, wo es für ein Problem mehrere Lösungswege gibt und was der eine im Notfall noch als akzeptabel betrachtet, gilt für den nächsten bereits als verwerflich. Doch außerhalb einer Gefahrensituation ist es schwer einzuschätzen wie man selbst reagieren würde.

Mit der Aufnahme verschiedener Individuen haben wir uns dazu verpflichtet, auch für ihr Wohlergehen zu sorgen. Nicht verpflichtet haben wir uns jedoch dazu, für unser oder ihr Wohlergehen das eines anderen Lebewesens zu verletzen. Da es immer schwierig ist, für andere Lebewesen Entscheidungen zu treffen, verleitet uns dies vielleicht zu Handlungen, die wir für uns selbst ablehnen würden, wenn wir in der selben Situation stehen.

Hier möchten wir ein paar Beispiele anführen, die insbesondere unter vegan lebenden Menschen immer wieder Stoff für hitzige Diskussionen liefern:

Hunde aufnehmen

Bereits bei der Frage einen Hund aufzunehmen beginnt die moralische Debatte. Wer Hunde aufnimmt und sie anschließend an einer Leine spazieren führt, reproduziert die speziesistische Normalität. Diese Situation ist ähnlich, wie in der Öffentlichkeit ein veganes Wurstbrot zu essen ohne auf der Brust stehen zu haben, dass dieses nicht aus Leichen besteht. Denn durch Vorleben und Nachahmen werden Verhaltensmuster weitergetragen.

Wer einen Hund aufnimmt, wird ihn in einem erforderlichen Maße einschränken müssen. Es natürlich möglich, Hunden die Grenzen so weit wie möglich zu stecken, doch nicht jeder lebt auf einem großen Hof wo der Hund ohne Einschränkungen autonom leben kann wenn er möchte und menschliche Gesellschaft nur erfährt, wenn er es möchte. Die Norm sieht so aus, dass die meisten Hunde in kleinen Mietswohnungen leben und ein bis zwei mal am Tag “Gassi” gehen dürfen. Natürlich ist dies kein wünschenswertes Leben. Doch andererseits, wie geht es diesem Hund wenn man ihn nicht aufnimmt? Wäre er im Tierheim glücklicher und darf man ihn im Tierheim lassen wenn doch unzählige Lebewesen dringend ein sicheres Plätzchen benötigen? Manche Hunde mögen den Trubel in Tierheimen sogar, andere gehen dort einfach unter.

Es stellt gewissermaßen ein moralisches Verbrechen dar, einen Hund aufzunehmen, als auch keinen Hund aufzunehmen wenn man die Möglichkeiten dazu hat. Die perfekte Lösung gibt es nicht. Es bleibt uns nur übrig, zu schauen was wir bieten können und dementsprechend ein Lebewesen aufzunehmen, was sonst kaum eine Chance hätte. Absolut sicher über die Richtigkeit unseres Handelns können wir jedoch nicht sein.

Hundenahrung

Einmal abgesehen von dem üblichen Hundefutter gibt es eine Reihe an Alternativen. Doch betrachtet man sich die Firmen und Produkte genauer, stellt man überall kleinere und größere Defizite fest. Sei es im Geschmack, in der Qualität, im Preis, in der “Reinheit” oder in Bezug auf die Ethik der Hersteller. Wer will jedoch die Messlatte anlegen für das Handeln anderer? Gerade in der Szene gibt es Menschen, die einzelne Produkte aufs schärfste kritisieren, weil sie das potentiell unvegane Vitamin D3 enthalten, selbst jedoch beim Metzger einkaufen. (Wir finden ja eigentlich, dass ein wenig Wollwachs vermutlich das kleinere Übel wäre, aber bitte...)

Medizin

Das Thema Medizin und Gesundheit nimmt in dieser Homepage einen großen Platz ein, denn jeder wird früher oder später mit Verletzungen oder Erkrankungen seiner Mitbewohner konfrontiert. Es gibt häufig viel, was man selbst tun kann, wenn man sich ein wenig informiert, doch oft wird die einzig perfekte Lösung nicht existieren.

Den deutlichsten Streitpunkt nimmt selbstverständlich die Schulmedizin ein denn nirgends leiden so viele Individuen für das “Wohl” der zahlenden Kundschaft wie in der Schulmedizin. Mit jedem Gang zum Tierarzt, mit jedem Medikament und sei es noch so “pflanzlich” wird dieses System der zwei Klassengesellschaft für Hunde unterstützt. Doch wer würde allen Ernstes im Notfall nicht die Hilfe eines Tierarztes in Anspruch nehmen?

Wir können durch vorbeugende Maßnahmen und naturheilkundliche Heilverfahren sehr viel tun um den Tierarzt möglichst wenig zu Gesicht zu bekommen, doch spätestens im Falle eines Beinbruchs kann die Naturheilkunde nur unterstützen, nicht gänzlich heilen.

Grundsätzlich ist gegen eine schulmedizinische Behandlung nichts einzuwenden, denn sie könnte auch ohne ihre Opfer weiterhin funktionieren. Doch weiterhin werden unzählige neue Tierversuche durchgeführt um verschiedenste Erkrankungen zu behandeln, die in der Regel doch nur auf den falschen Umgang oder Missbrauch der Hunde zurückzuführen sind. (Siehe hierzu z. B. auch die Informationen bezüglich der von Menschen produzierten Hunde.)

Tierheilpraktiker lernen nicht an für die Ausbildung gezüchteten Tieren, sondern sie erwerben ihre Erfahrungen in Praktika in Tierheimen oder ähnlichen Einrichtungen. Doch auch der Tierheilpraktiker hat seine Fehler und Grenzen.

Wir sind derzeit nicht in der Lage die meisten Schulmediziner zum Umdenken zu bewegen, doch wir können aufklären, auf unnötige Behandlungen verzichten und uns weiter informieren. Wer ein Lebewesen einmal wirklich hat leiden sehen, der wird um jede Hilfe dankbar sein, auch wenn sie ein unmoralisches System unterstützt. Richtig ist dies nicht, doch wäre es richtig, den Patienten leiden zu lassen wo doch Hilfe existiert? Wer will ohne jegliche “Sünde” den ersten Stein werfen?

Medikamente

Viele Medikamente sind nicht vegan, alle wurden im Tierversuch getestet. Verschiedene Medikamente können auch mehr schaden als nutzen und/oder wären schlichtweg unnötig. Doch anstatt sich die Mühe zu machen nach Alternativen zu suchen und vor allem diese auch umzusetzen, ist es einfacher die Verantwortung an den Arzt abzugeben und ein Medikament zu verlangen. Gehen Menschen mit ihrem eigenen Körper so verantwortungslos um, kann man nur den Kopf schütteln, doch praktizieren sie dies auch bei Schutzbefohlenen, stellt dies ein Verbrechen dar. Es gibt Medikamente, auf die man als gewissenhafter Hundeversorger vielleicht nicht verzichten kann, doch die Meisten zählen nicht dazu. Dies sollte man sich immer vor Augen führen wenn man überlegt, ob ein Medikament wirklich notwendig ist.

Moralische Einigkeit

Wir sind uns einig darüber, dass

Wir sind uns einig, dass es nicht gerechtfertigt ist, ein Leben zu nehmen um ein anderes zu retten. Wir sind uns einig, dass wir niemandem etwas weg nehmen können, nur weil wir es vielleicht selbst gerne hätten. Wir sind uns aber auch darüber einig, dass niemand dafür zu verurteilen ist, wenn er die vorhandenen Ressourcen in der Not nutzt, solange er damit keinem anderen Lebewesen bewusst und unverhältnismäßig schadet. So ist es unter Umständen gerechtfertigt, auch einmal unvegane Produkte zu verwenden oder Handlungen durchzuführen, wenn der verursachte Schaden zum Nutzen in keinem Verhältnis steht wie

Keiner kann sagen, wie er sich in einer akuten Problemsituation verhalten wird, aber keiner darf jemand anderen für den Versuch ein Problem zu lösen verurteilen, wenn dieser sich bewusst mit allen Tatsachen auseinander gesetzt hat. In allen Bereichen werden wir mit vielen Situationen konfrontiert, die nach moralischen Entscheidungen verlangen, welche jedoch nicht wirklich 100 % zufriedenstellend getroffen werden können und dennoch in irgend einer Form erfolgen müssen.

Fazit

All dies ist kein Grund, einfach auf zu geben. Es zeigt jedoch unsere Grenzen auf und dass wir uns nie auf einem Entwicklungsschritt ausruhen dürfen. Noch vor 10 Jahren war es recht mühsam und unbequem selbst vegan zu leben, geschweige denn die Hunde vegan zu ernähren. Doch heute gibt es vegane Restaurants und nahezu alle Produkte als pflanzliches Gegenstück zu Tierqualprodukten. Hätten diese Menschen einfach aufgegeben, gäbe es dies alles heute nicht.

Auch wenn man selbst etwas nicht perfekt findet, so ist es doch immer noch besser ein anderer verwendet dieses Produkt als wenn er einfach ganz aufgibt. Die meisten Menschen geben ihre moralischen Ansätze schnell auf, wenn sie zu viele Steine in den Weg gelegt bekommen, bevor sie sich selbst weiter entwickeln konnten. Es ist wichtig zu erwähnen, welche Auswirkungen verschiedene Handlungen oder Produkte verursachen und jeder sollte auch sagen dürfen, wie er selbst dazu steht, doch wir müssen akzeptieren, dass andere Argumente ebenfalls Berücksichtigung finden. (P.s. nur für die Bildleser unter unseren Mitmenschen; Egoismus oder Bequemlichkeit ist kein moralrelevantes Argument!)

Aus diesem Grund listen wir auf dieser Homepage auch verschiedene kritische Hilfen auf. Auch wenn wir diese noch so sehr ablehnen, wir können nicht für dich entscheiden, was in einer individuellen Problemsituation die richtige Lösung ist. Jeder einzelne nimmt sich jedoch selbstverständlich das Recht heraus, im privaten Rahmen zu verdeutlichen, welchen Lösungsweg er am ehesten richtig findet und selbst vermutlich gehen würde oder gegangen ist. Was DU daraus machst, muss dir überlassen bleiben.

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INTERNES: Ich bin mir nicht sicher, ob das, was wir hiermit ausdrücken wollten wirklich rüber kommt, daher bitte noch mal bequatschen, ja? Wer bin ich