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Recht geschockt war ich, als ich mich mit einer angehenden Hundetrainerin unterhielt. Sie glaubte, Tierschützer und Menschen, die Tiere erforschen seien doch ziemlich ähnlich, ja fast schon das Gleiche. Mir viel beinahe die Kinnlade herunter und wäre von einem der Hunde verschluckt worden. Nein, mal im Ernst, wie kann ein Mensch so etwas glauben? Natürlich versucht sich jeder als großer Tierfreund darzustellen, doch jeder, der sich etwas näher mit dem Thema beschäftigt weiß wie die Realität aussieht. Sie “quälen ja alle die Tiere nicht gern, aber im Rahmen der Wissenschaft muss dies nun einmal sein”. Literatur zu diesem Thema gibt es genug und dass Tiere für die “Wissenschaft” leiden müssen sollte doch nun wirklich an den letzten heran gedrungen sein. Dass die meisten dieser Experimente nur völlig unnötig und grausam sind ist leicht zu erkennen.
Ein schöner Beweis für das Pippi-Langstrumpf-Prinzip der Wissenschaftler (”Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt”) sind die interessanten Aussagen einiger Wissenschaftler zum Thema Domestikation des Hundes. Einige Wissenschaftler streiten bis heute, ob der Hund den Menschen oder der Mensch den Hund domestiziert hätte. Denn es ist laut Wolfgang Schleidt theoretisch auch möglich, dass sich nicht der Wolf an den Menschen, sondern der Mensch an den Wolf angeschlossen/angepasst hat. Man könnte also fragen, “ist der Wolf vermenschlicht oder der Mensch verwolft?”. Im Falle der Domestikation durch den Menschen klopft mensch sich auf die Schulter und berichtet stolz, wie man sich den Wolf zu Nutze gemacht haben könnte. Im Umgekehrten Fall ist es aus Sicht manches Wissenschaftlers der Hund, der ja eigentlich an seiner Lage schuld ist, da er sich beim Menschen zum eigenen Nutzen breit gemacht habe.
Dann gibt es noch die dritte These, nämlich dass beide Spezies einander beäugt haben und gleichsam erkannten, dass sie durch Kooperation gemeinsam größeren Nutzen davontragen würden.
Wie selbstverherrlichend der Mensch ist, zeigen diese Aussagen: Man könnte sagen, “daß der Mensch die Haushunde formte und sogar schuf - für ein Zusammenleben mit ihm in seiner Umwelt.” “Auf die systematische Ausnutzung ihrer Umwelt vorbereitet waren die Menschen womöglich nicht zuletzt durch den Hund, den sie alle kannten und zu ihrem Vorteil nutzten.”1)
Ein weiteres Thema ist die Aufdeckung von Scharlatanerie was Intelligenz der Tiere angeht. Regelmäßig traten Besitzer von Wundertieren in die Öffentlichkeit und wurden dann doch als clever eingeprobte Kunststücke “enttarnt”. Natürlich können Tiere keine menschliche Schrift lesen, aber wir können auch nicht die Duftmarken von Hunden auseinander halten, geschweige denn ihre Botschaften entschlüsseln. Ist dadurch eine Spezies dümmer als die andere? Es gibt sogar mehr Hunde, die menschliche Zeichen erkennen und darauf reagieren können als umgekehrt. Besonders stolz waren die Wissenschaftler, als sie ein zählendes Pferd entlarvten. Dieses rechnete die schwierigsten Aufgaben, aber nur solange, wie der Fragende die Antwort auch kannte. Dieses Pferd erkannte die leichtesten Emotionen und Anspannungen seines Gegenübers und klopfte so lange auf den Boden, bis das erwartete Ergebnis erreicht war. “Das war nur ein Trick”. Ja, aber dieser Trick bedarf eine Menge Empfindsamkeit und Intelligenz. Denn es musste ja erst einmal lernen, wann es sich wie verhalten musste. Natürlich können Pferde nicht rechnen, aber dass ein Pferd in der Lage ist, sich so auf sein Gegenüber einzustellen ist trotzdem respektabel. Kaum ein Mensch ist dazu in der Lage, viele würden ebenfalls bereits bei den Rechenaufgaben scheitern. Trotzdem glaubt sich der Mensch überlegen. Warum, weil er sich mehr auf seine vermeintliche Intelligenz und seinen Egoismus verlässt als auf sein Gefühl und die Gefühle seines Gegenübers? Weil er in der Lage ist aus Spaß und Egoismus andere Lebewesen zu unterdrücken und andere Tiere dies weit weniger tun?
Zu guter letzt noch eine kleine Anmerkung im Rahmen der Wissenschaft. Wer sich mit wissenschaftlichen Büchern beschäftigt erkennt, dass Wissenschaftler immer lediglich den aktuellen Wissensstand als unumstößliche Wahrheit betrachten. Dass vieles, was lange als bewiesen galt später berichtigt werden muss wird gerne verdrängt. Woher aber nehmen die Wissenschaftler die Selbstüberschätzung, dass ausgerechnet sie jetzt “den Stein der Weisen” gefunden haben und nicht auch ihre Theorie, ihr Experiment in einigen Jahren in eine andere Richtung ausgelegt wird? Wölfe gelten als intelligenter als Hunde, was man mit verschiedenen Experimenten beweisen wollte. Hunde werden jedoch die meisten Futterexperimente schneller lösen als Wölfe. Dies liegt jedoch nicht daran, dass Hunde intelligenter sind, sie haben lediglich weniger Scheu vor dem Unbekannten. Wer ein solches Experiment jedoch zu einseitig betrachtet, kommt zu völlig falschen Schlüssen und wird diese auch als Fakt erklären können, bis wieder ein anderer schlauer ist und das gesehene völlig anders interpretieren wird.
Wir können nie davon ausgehen, dass alle Thesen, die uns die Forscher aufstellen wirklich korrekt sind. Nur weil etwas vom Menschen nicht erkannt wird, bedeutet dies nicht, dass es nicht da ist. Dies ist z.B. mit ein Grund, warum viele Forscher nicht glauben, Tiere hätten Gefühle / Emotionen usw, denn es lässt sich nicht im Labor belegen und wird als “Vermenschlichung” abgetan. Doch schon Kolumbus erkannte, dass nur weil noch niemand um die Erde gesegelt ist, sie nicht automatisch eine Scheibe sein muss. Nur weil ich nicht erkennen kann oder will, dass ein Lebewesen Schmerz, Unzufriedenheit, Angst usw empfinden kann, bedeutet es nicht, dass es nicht leidet! Bereits die bloße Möglichkeit, dass ein anderes Tier ähnlich leidet wie ein Mensch sollte jedes menschliche Wesen davon abhalten, diesem etwas unangenehmes (egal aus welchem scheinheiligen Grund) zuzufügen.
Hunde und andere Tiere denken sicher nicht genau so wie der Mensch, doch vielleicht “denken” sie auf eine uns noch verschlossene Weise wesentlich großartiger als es sich der Mensch überhaupt vorstellen kann? Warum nicht? Nur weil man seine Spezies auf die Spitze stellen möchte? Wir erkennen bereits jetzt bei vielen Tieren Fähigkeiten, von denen wir Menschen nur träumen.
Iwan Pawlow, der überall für seine Experimente gerühmte Mediziner war alles andere als ein Tierfreund, auch wenn er sich gerne so darstellt. Neben dem Versuch der klassischen Konditionierung (Hund speichelt wenn er Nahrung erwartet, und das schon z.B. nur bei einem akustischen Signal aufgrund einer Verknüpfung des Signals mit Nahrung) untersuchte Pawlow auch die Reaktionen der Hunde auf extremen Stress. Dafür quälte er sie mit elektrischen Reizen. Zitat: “Wenn ich einen Versuch beginne, der letzten Endes zum Tod des Tieres führt, empfinde ich ein tiefes Gefühl des Bedauerns, daß ich ein blühendes Leben unterbreche... Ich ertrage das im Interesse der Wahrheit, zum Nutzen des Menschen.”2) - Klar, irgendeine Ausrede findet mensch ja immer.
Oder der Holländer Jan de Wale, welcher Hunde durch Verletzungen an den Hinterbeinen verbluten ließ, um den Blutkreislauf zu beweisen.3)
Der russische Genetiker Dmitri Beljajew kam aufgrund der unbarmherzigen Lebensbedingungen der Silberfüchse in Nowosibirsk nicht auf die Idee, sich für diese Tiere auszusprechen, sondern arbeitete Hand in Hand mit den Züchtern. Dumm nur, dass sein Experiment für die Züchter kein Erfolg war. Hier eine kurze Erläuterung: Die Tiere in der Pelzfarm lebten bereits seit vielen Generationen (80 Jahre) in Gefangenschaft, benahmen sich jedoch weiterhin wild und unfügsam. Sie scheuten den Menschen und attackierten ihn wann sich die Gelegenheit bot. Sie standen ständig unter Stress, verletzten sich vor lauter Panik in den engen Käfigen sogar selbst (Zum Verständnis, warum das für diese Menschen überhaupt “schlimm” war: Verletzungen mindern die Qualität des Pelz). Nun war Beljajew auf die Idee gekommen, diese Füchse versuchsweise zu zähmen. Er züchtete mit den weniger aggressiven und ängstlichen Tieren weiter und schaffte es tatsächlich, innerhalb weniger Generationen zahme “Haushunde” aus ihnen zu machen. Leider nutzte dies den Züchtern wenig, da sich dadurch auch die Fellfarbe änderte, weshalb dann doch lieber wieder aus den empfindlicheren Tieren Pelze produziert werden. Natürlich ging es Beljajew nicht wirklich darum, den Tieren dieses Martyrium zu erleichtern, sondern darum, die Möglichkeit zu beweisen, aus Wildtieren “Haussklaven” zu machen.
Literatur: Hundepsychologie
Ganz persönlich möchte ich jedem das Buch “Nackte Herrscherin” von Hans Ruesch ans Herz legen. Gebraucht ist dieses Buch z.B. noch bei Internetauktionen oder Amazon usw. zu erhalten. Es ist für die Seele wie ein Peitschenhieb auf der nackten Haut, doch man sollte es gelesen haben. Es vermittelt eine andere Perspektive auf die Fakten hinter dem Deckmäntelchen “Wissenschaft”.
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