Sie befinden sich hier: Vegan-Hund » Hintergründe » Artgerechte Hundehaltung
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
Der Begriff “artgerechte Haltung” ist paradox. Es ist nicht möglich, ein Lebewesen “artgerecht zu halten”, denn die Haltung an sich steht bereits im Gegensatz zu dem Begriff Artgerecht. Um ein Lebewesen halten zu können, muss man es erst einmal seinem natürlichen Lebensraum entreißen. Daher kann keine Tierhaltung jemals artgerecht sein sondern immer nur ein behelfsmäßiger “Kompromiss” zwischen den Bedürfnissen des Individuums und den Bedürfnissen seines Halters.
Nun könnte man einfach sagen, sämtliche Käfige sollen geöffnet werden, sämtliche versklavten Tiere vor die Türe gesetzt und gut ist. Doch so einfach ist es leider nicht. Hunde, Katzen, Kleintiere usw. wie wir sie heute kennen würde es ohne den Menschen gar nicht geben, daher gibt es außerhalb des Menschen für diese Tiere auch keinen natürlichen Lebensraum. Man stelle sich nur mal vor, wie ein kurzhaariger, röchelnder Mops versucht allein im Winter zu überleben, eine völlig verfilzte Perserkatze an seiner Seite.
Haustiere wurden vom Menschen produziert, um die Ansprüche des Menschen zu erfüllen. Dadurch sind diese Tiere leider nicht in der Lage, sich auf sich allein gestellt in einer “natürlichen” Umgebung zu versorgen.
Diese Tiere haben jedoch Bedürfnisse, die der Mensch entweder vergessen hat zu beeinflussen oder es nicht für nötig erachtet hat, denn die wenigsten Menschen gehen tatsächlich auf die Bedürfnisse ihrer nichtmenschlichen Mitbewohner ein. Ganz individuell braucht jeder Hund ausreichend Platz, Bewegung, Beschäftigung, Nahrung, die ihn ernähren kann, Kontakt mit Artgenossen, Komfort (ja, auch viele Hunde haben manchmal das Bedürfnis nach einem weichen Schlafplatz), Befriedigung des Jagdtriebes durch Spiele (Nicht zu verwechseln mit den Jägern “Bum Bum, ich hab gejagt und bin ein ganzer Kerl”), usw. Sich um andere Lebewesen zu kümmern ist ein Fulltimejob und nicht mit einer halben Stunde Gassigehen nach dem Job erledigt.
Hunde (und alle anderen Tiere auch), deren Bedürfnisse ausreichend befriedigt werden, sind glücklicher, lebhafter, ausgeglichener, friedfertiger, gesünder und weniger Stressanfällig als jene, deren Zweck lediglich die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse darstellt.
Der ethische Ausweg kann nur eine schrittweise Rückkehr zur Natur sein, indem keine Tiere mehr produziert werden, wohl aber die bereits vorhandenen Opfer bis zu ihrem natürlichen Tod so gut wie irgend möglich versorgt und ihre individuellen Bedürfnisse gestillt werden.
Im Grunde gibt es keine artgerechte Ernährung von Hunden (um zu dem eigentlichen Thema zurück zu kehren), es gibt nur das, was der Mensch als angemessen empfindet, wobei ethische Gesichtspunkte in der Regel leider an letzter Stelle stehen. Hunde sind (leider) das Produkt von Menschen. Früher haben sie die Essensreste ihrer Besitzer erhalten, selten war “gutes Fleisch” darunter. Heute, in Zeiten des Überangebotes an Fleischerzeugnissen, wird dem Menschen wieder eingeredet, Hunde bräuchten “gutes Fleisch”, wobei dies natürlich nur jenes ist, was mensch verkaufen will. Mit dem was Hunde vielleicht in der Natur zu sich nehmen würden, hat dies rein gar nichts zu tun.
Zurück zu Hintergründe oder Familie