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Pfoten

HummelpfoteGesunde Pfoten haben einen weichen Ballen der elastisch und rundlich gewölbt ist. Sie federn den Gang ab und können vielfältigen Belastungen standhalten. Gesunde, gut gepflegte Pfoten sichern dem Hund seine Bewegungsaktivität und Lauffreudigkeit.

Der Ballen ist sehr hart und wiederstandsfähig. Je mehr der Hund auf unterschiedlichen Bodenbelägen laufen kann, um so abgehärteter werden die Ballen.

Belecken und benagen der Pfoten

In der Regel handelt es sich hierbei um eine Unart die sich der Hund angewöhnt. Wird sie nicht unterbunden und hat der Hund viel Gelegenheit zu lecken und knabbern, können schmerzhafte Wunden entstehen. Tritt dieses Verhalten jedoch plötzlich und heftig auf, könnte es sich um Verletzungen handeln. Sind keine Verletzungen zu sehen, muss dies nichts heißen. Kleine Glassplitter z. B. können für unglaubliche Schmerzen sorgen und sind oft kaum sichtbar.

Grassamen zwischen den Zehen

Im Sommer steigt die Gefahr von Grassamen, welche sich zwischen den Zehen festsetzen und einwachsen können. Das Fell zwischen den Zehen dient als Schutzschirm für solche Fremdeinwirkungen, sorgt allerdings auch oft dafür, dass Verletzungen häufig zu spät erkannt werden. Insbesondere Grassamen haben Wiederhaken und bohren sich relativ schnell in die Zehenzwischenräume. Daher ist es ratsam, diese regelmäßig gründlich ab zu tasten. Wird ein fest sitzender Grassamen entdeckt, kann er mit einer Pinzette entfernt werden. Vorher mit etwas Pflanzenöl die Haut einweichen. Zuvor bei Bedarf im Weg stehende Haare wegschneiden.

Juckreiz lindern

Unart zu lecken abgewöhnen

Wurde Fremdeinwirkung und medizinische Ursachen ausgeschlossen, können psychische Störungen Verantwortlich sein. Nervöse Hunde, insbesondere jene, die unter Langeweile, Angst oder Depressionen leiden, beginnen häufig sich die Füße zu lecken. Durch stundenlanges Lecken können sich Wunden, Pilzerkrankungen und sogar Geschwüre entwickeln.

Hilfe

folgende Hilfsmittel unterbinden das Lecken:

Gefahr! Giftig!

Wenn ein Hund in giftige Substanzen wie Motorenöl oder Frostschutzmittel getreten ist, leckt er vermutlich seine Pfoten zu Hause wie gewohnt sauber. Hier besteht allergrößte Lebensgefahr!

Die Pfoten müssen gründlich gewaschen werden. In den meisten Fällen genügt warmes Wasser mit Spülmittel. Gegen ätzende Flüssigkeiten kann Olivenöl verwendet werden. Nach einer gründlichen Waschung noch einmal mit klarem Wasser nachspülen. Lassen sich nicht alle Überreste entfernen, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Zehenzwischenräume

Die Zehenzwischenräume bieten Keimen und Bakterien einen idealen Lebensraum. Daher sollten sie immer trocken gehalten werden und im Zuge der regelmäßigen Pflege immer wieder genaustens kontrolliert werden.

Schutz im Winter

Ist der Ballen spröde und rissig, kann mit fettenden Salben und Ölen geholfen werden. Olivenöl hat eine gut fettende Wirkung. Tipp: Kleine, weiche Söckchen während der Einwirkzeit über ziehen wenn der Hund sich dies gefallen lässt.

Im Winter können die Ballen leicht austrocknen. Das Salz auf den Straßen beeinträchtigt die Elastizität der Ballen und kann sie auf die Dauer verletzen.

Durch scharfkantige Steinchen, Salzkörner oder Streusand können die sensiblen Stellen zwischen den Zehen verletzt werden. Gelangt Salz in Wunden, führt dies zu brennenden Schmerzen und Verätzungen der empfindlichen Haut. Die Hunde beginnen in der Regel diese Schmerzen zu stillen, indem sie die Pfoten eifrig lecken. Dies kann zu Entzündungen und Leckdermatitis führen. Der Hund sollte das Salz nicht selbst aus den Pfoten lecken, da dies z. B. zu Beschwerden im Magen-/ Darmtrakt führen kann.

Nach einem Winterspaziergang, falls es nicht möglich ist gestreuten Straßen auszuweichen, sollten die Pfoten gründlich gereinigt werden.

Salz entfernen

Zehenzwischenraum

Falls der Hund reichlich Haarwuchs zwischen den Zehen aufweist, an denen sich Schneeverklumpungen bilden können, empfiehlt es sich, diese zu kürzen. Allerdings sollte die Kürzung nur vorsichtig und nicht zu radikal geschehen, da die Hauptaufgabe dieser Haare der Schutz der empfindlichen Zehenzwischenräume darstellt.

Spröde und rissige Ballen

Helfen

Vorbeugen

Pflegemittel für die Füße

Holundercreme

Zutaten:

Vaseline vorsichtig in einem kleinen Topf erwärmen. Sobald sie flüssig wird können die Holunderblüten zugefügt werden. Das ganze 20 Minuten köcheln lassen und hin und wieder rühren. Noch heiß in ein steriles Einmachglas abseihen, die festen Bestandteile entsorgen. Gut verschlossen ist die Creme im Kühlschrank lange haltbar.

Naturcreme

Alles in einen Topf geben, diesen ins Wasserbad stellen, 1 Stunde köcheln lassen. Anschließend kommen 5 g Kampfer hinzu.

Das Gemisch 5 Tage an einem dunklen und kühlen Ort zugedeckt stehen lassen. Beim durchseihen durch ein Tuch die Pflanzenstoffe auspressen. Erneut erwärmen und mit Mandelöl aufgießen bis die Mischung 300 g wiegt. 30 g Carnaubawachs hinzufügen und kräftig rühren. Das ganze vom Herd nehmen und an einem kühlen Ort weiter rühren bis sich daraus eine Creme bildet. Anschließend in ein Sterilistiertes Einmachglas geben und gut verschließen. Kühl und dunkel aufbewahren.

Gel

Aloe Vera Gel kann schützend vor und nach dem Spaziergang aufgetragen werden.

schnelle Naturcreme

Reine Vaseline als Mixtur mit Ringelblumen, Kamille und Ölen ist als Schutz gut geeignet.

Pfotenschutzcreme

Diverse Pfotenschutzsalben sind in verschiedenen Variationen über all zu finden. Allerdings sind diese meist mit unverganen Produktionsmitteln hergestellt und im Tierversuch getestet worden.

Info zur Handhabung von Pflegemittel

Wie bei allen lokal angewendeten Pflege- oder Arzneistoffen wird der Hund möglicherweise versuchen diese großflächig zu entfernen. Geeignete Schutzmaßnahmen sind z. B. über gezogene Socken um das Lecken zu verhindern.

Sollte der Hund dies nicht tolerieren, wird es besser sein, von Einreibungen abzusehen, oder den Hund eine Zeit lang abzulenken, bis ein Großteil der Pflegestoffe eingezogen sind. Tipp: Während einer ausgiebigen Massage oder Streichelstunde denkt kaum ein Hund an das “ekelige” Zeug da an den Füßen. Manchmal hilft es auch, die Einreibung am Abend vor dem Schlafen vorzunehmen, in der Hoffnung, dass der Hund einfach zu müde ist um noch eine ausgiebige Pfotenreinigung vorzunehmen. Allerdings benötigen Hunde weit weniger Schlaf am Stück als wir Menschen, daher bleibt es eher bei der bloßen Hoffnung, da viele Hunde einen Großteil der Nacht mit Körperpflege verbringen. Abendliches einreiben in Kombination mit Söckchen wäre eine Lösung, da der Hund erst einmal die Socken bearbeiten wird bis er an die Füße gelangt. Die Socken könnten jedoch am nächsten Morgen völlig zerkaut sein.

Schuhe

Vorbeugend oder schützend sind auch Pfotenschutzschuhe im Zoohandel aus synthetischem atmungsaktiven Materialien erhältlich. In der Regel gewöhnen sich jüngere Hunde schnell daran, für einen Älteren hingegen kann es sehr unangenehm sein. Am besten erst einmal mit Söckchen eingewöhnen und überlegen, ob sie tatsächlich notwendig sind, in den meisten Fällen ist dies nämlich nicht der Fall.

Haare

Grundsätzlich schützen die Haare (auch jene, zwischen den Zehen) mehr, als dass sie stören, daher brauchen sie im Normalfall nicht geschnitten werden. Die Haare in den Zehenzwischenräumen müssen lediglich unter verschiedenen Umständen entsprechend gekürzt, aber nicht kahl geschoren werden:

Entfernen von Splittern, Dornen und Co

Kleinere, nicht all zu tief sitzende Splitter können selbst entfernt werden.

Kleine Verletzungen

Kleinere Verletzungen an den Pfoten können mit einem Verband abgedeckt werden. Für den Spaziergang draußen eignen sich kleine Plastiktüten um den Verband vor Nässe oder Dreck zu schützen. Sie können z. B. mit einem Gummiband fixiert werden. ACHTUNG! Gummibänder nicht zu fest anlegen, damit die Blutzufuhr nicht unterbrochen wird. Plastiktüten sind nicht Atmungsaktiv! Daher sollte diese Maßnahme nur sehr selten und kurzzeitig angewendet werden. Auf keinen Fall über mehrere Stunden oder den ganzen Tag!

Zur Erstversorgung im Verletzungsfall gehören:

Der nächste Schritt bei größeren Verletzungen, Blutungen, Entzündungen, Fremdkörpern oder Beeinträchtigung der Lauffähigkeit ist die Vorstellung bei einem Fachmenschen.

Siehe auch: Kranke oder verletzte Pfoten und Krallen

Info

Die Haus- und Heilmittel entstammen verschiedener Quellen. Man kann versuchen, ein passendes Mittel für den Hund zu finden, nicht aber immer alles gleichzeitig kombinieren! Die hier angegebenen Hilfen sollen im Ernstfall nicht die Arbeit eines Fachmenschen (Tierarzt oder Tierheilpraktiker) ersetzen. Ob und wie einzelne Heilmittel eingesetzt werden können, bedarf einer genauen Diagnose, welche nicht immer von einem Laien richtig durchgeführt werden kann. Falsch angewendete Hausmittel können unter Umständen mehr schaden als nutzen.

Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, sie sind dennoch ohne Gewähr und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  1. Literaturquellen siehe: Literatur

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