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Jedes Lebewesen hat weißlichen, bakteriellen Zahnbelag. Hunde besonders nach einer größeren Mahlzeit. Dieser Belag ist weich und kann z. B. mit einer Zahnbürste entfernt werden. Wird er nicht entfernt, verkalkt der Belag und es entsteht Zahnstein in Kombination mit Mundgeruch. Wird dieser langfristig nicht behandelt, entwickelt sich eine Parodontitis. Im laufe der Zeit schiebt der Zahnstein das Zahnfleisch immer weiter zurück bis die Zähne locker werden und letztlich ausfallen.
Der gelblich-braune, rauhe Belag auf den Zähnen (Zahnstein) bietet Bakterien, welche sich von Speiseresten ernähren, in der Mundhöhle einen guten Unterschlupf. Die Bakterien dringen in die zunächst gesunde Zahntasche ein und entzünden dort das Zahnfleisch.
Wenn in diesem Stadium eine Zahnsteinentfernung durchgeführt wird, können die Zähne erhalten werden! Später führt die Entzündung zur Zerstörung des Zahnhalteapparates, der Zahn wird allmählich locker, das Zahnfleisch schwindet, der Zahnhals und Teile der Zahnwurzel liegen frei, der Zahn wird noch lockerer.
Spätestens jetzt ist der Zahn nur noch durch aufwendige Maßnahmen und anschließend kontinuierliche Pflege zu erhalten!
Es ist tatsächlich sinnvoll einem Hund nach dem Essen die Zähne zu putzen. Ob die frei verkäufliche Hundezahnpasta rein pflanzlich und ohne Tierversuche hergestellt wird ist allerdings zweifelhaft. Weitere “Reinigungsmittel”:
Zuerst sollte der Hund allgemein an Berührungen im Mund gewöhnt werden und lernen, über längere Zeit still zu halten. Dies funktioniert nur mit viel Geduld, jede Menge Lob und noch mehr Streicheleinheiten. Nimm nun eine Zahnbürste oder ein ähnliches Reinigungsgerät und spielt beide damit. Dafür darf auch ruhig etwas Tartex o.ä. auf die Bürste aufgetragen werden. Wenn ein Hund 2-3 Wochen so verwöhnt worden ist, kann die Zahnbürste in seinem Mund an den Zähnen vorbei geführt werden. Erst nach weiteren 1-2 Wochen wird wirklich geputzt. Für erfolgreiches Zähneputzen ist es notwendig, dass der Hund über längere Zeit geduldig an die Bürste gewöhnt wird. Wenn er die Bürste liebt, haben es beide beim Putzen leichter!
Zahnstein kann selbst entfernt werden. Dafür ist jedoch blindes gegenseitiges vertrauen notwendig. Man kann spezielles Besteck zur Zahnsteinentfernung (z. B. beim Tierarzt) kaufen. Man sollte es jedoch bei Bedenken oder Unsicherheit besser einer Fachkraft überlassen, da die Verletzungs- und Infektionsgefahr sehr groß ist!
Der Zahnstein sollte nicht verschluckt werden.
Wenn Zahnstein festgestellt wurde, muss sich unverzüglich um einen Termin zur Zahnbehandlung für den Hund gekümmert werden. Der Zahnarzt kann bei der Entfernung auch gleich eine Paradontitisbehandlung durchführen.
Gründliche Zahnbehandlungen sind beim Hund ausschließlich in Narkose möglich. Eine oberflächliche Entfernung des Zahnsteins ohne Narkose hat selbst bei einem ruhigen und gelassenen Patienten nur kurzfristigen bis keinen Effekt, weil die erforderlichen Maßnahmen (tiefes Entfernen des Zahnsteins und Abtragen der tiefen Zahnfleischtaschen) nicht möglich sind.
Die Entfernung des Zahnsteins kann von Hand mit Kratzern oder Scalern, mit dem Airscaler der Dentaleinheit oder, wie am weitesten verbreitet, mit dem Ultraschallgerät erfolgen. Entscheidend für den Erfolg ist die Gründlichkeit der Entfernung bei gleichzeitigem schonen des Zahnes. Trotz größter Sorgfalt lässt sich nicht vermeiden, dass mit dem Entfernen des Zahnsteins mikroskopisch kleine Kratzer in den Zahnschmelz gemacht werden. Um diese gezielt zu entfernen, und um den Zahnschmelz glatt und weniger anfällig für Bakterien zu machen erfolgt die Politur.
Die hier angegebenen Tipps und Hilfen sollen im Ernstfall nicht die Arbeit eines Fachmenschen (Tierarzt oder Tierheilpraktiker) ersetzen. Ob und wie einzelne Heilmittel eingesetzt werden können, bedarf einer genauen Diagnose, welche nicht immer von einem Laien richtig durchgeführt werden kann. Falsch angewendete Hausmittel können unter Umständen mehr schaden als nutzen.
Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, sie sind dennoch ohne Gewähr!
Literaturquellen siehe: Literatur
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