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Kupferspeicherkrankheit

Die Kupferkrankheit ist einer der vielen Beweise für die Perversion des Züchtens. Da die Kupferkrankheit nur bestimmte Zuchthunde betrifft, sind aufgenommene Straßen- oder Tierheimhunde selten betroffen. Allerdings wollen wir dennoch die Infos hier aufführen. Immerhin landen auch “wertvolle” Rassehunde in Tierheimen wenn der “Besitzer” sie als überdrüssig empfindet.

In der Leber häuft sich Kupfer über das verträgliche Mass an. Nicht zu verwechseln mit einer normalen Toxikose, also einer Vergiftung durch Kupfer-Verbindungen. Die Kupferspeicherkrankheit ist erblich bedingt.

Die Kupferkrankheit wird nur bei Hunden diagnostiziert, welche homozygot (genetisch veranlagt) für ein Gen sind, welches die Kupferausscheidung aus der Leber erschwert. Die Kupferspeicherkrankheit beim Bedlington Terrier (eine der wenigen betroffenen Hunderassen) ist eine Erbkrankheit. Sie wird autosomal rezessiv vererbt. Der genetische Defekt verhindert die Ausscheidung überschüssigen Kupfers, dass dann an anderen Stellen im Körper, z. B. den Zellen der Leber eingelagert wird. Die Leber stirbt einen langsamen Tod da die kupferspeichernden Zellen unter gehen.

Es gibt 3 Verlaufsformen der Erkrankung:

1. Im Verlauf der chronischen Erkrankung kommt es zu akuten Episoden. Diese Hunde leiden dann klinisch an einer sogenannten aggressiven Lebererkrankung. Die Hunde sind i.d.R. unter 6 Jahre alt.

2. Hunde, die älter als 6 jährig klinisch erkranken, haben meist kaum spezielle äußere Symptome. Die Leber weist dann eine Leberzirrhose auf.

3. Es kommt zu akuter hämolytischer Anämie (plötzlich auftretende Blutarmut durch zu Grunde gehende Blutzellen). In Folge der Anämie kommt es zu einer Gelbsucht und zum Zelltod der Leberzellen. Diese Form kann auch als Endstadium der 2. Verlaufsform auftreten.

Somit führt der genetische Defekt auf Dauer zu einer chronischen Kupfervergiftung.

Eine akute Schwermetallvergiftung, wie beispielsweise bei Blei möglich, tritt praktisch nicht auf. Somit erscheint eine Magenspülung als therapeutische Maßnahme sinnlos. Selbst wenn durch zu Grunde gehende Leberzellen der Kupfergehalt im Blut in die Höhe ginge, wäre dieses Kupfer aber eben doch schon im Blut und nicht im Magen. Alle klinischen Symptome die bei dieser chronischen Vergiftung auftreten sind vor allem Folgen der Lebererkrankung.

Eine sinnvolle Behandlung der Kupferspeicherkrankheit besteht also darin, die Ausscheidung von Kupfer zu ermöglichen, damit weniger Kupfer eingelagert wird. Dazu wird, wie auch beim Menschen, D-Penicillamin eingesetzt. Das Medikament bindet Kupfer im Blut und ermöglicht so die Ausscheidung über den Urin. Da Kupfer in der Nahrung unvermeidlich ist, handelt es sich dabei um eine lebenslange Dauertherapie. Also eher keine lokale Dekontamination, denn Blut kommt ja nun überall hin.

Zusätzlich sollte auf eine kupferarme Diät geachtet werden und Wasser aus Kupferrohren vermieden werden.

Falls es zu einem akuten Schub mit Gelbsucht und Blutarmut kommen sollte, dann Bedarf der Hund, je nach Grad der Blutarmut, natürlich einer Bluttransfusion und einer Gelbsuchtbehandlung.

Info

Die Haus und Heilmittel entstammen verschiedener Quellen. Sie sollen im Ernstfall nicht die Arbeit eines Fachmenschen (Tierarzt oder Tierheilpraktiker) ersetzen. Man kann häufig versuchen, ein passendes Mittel zu finden, nicht aber gleichzeitig alles kombinieren! Ob und wie einzelne Heilmittel eingesetzt werden, bedarf einer genauen Diagnose, welche ein Laie nicht immer richtig durchführen kann. Falsch angewendete Hausmittel können unter Umständen mehr schaden als nutzen.

Die Infos wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, sie sind dennoch ohne Gewähr!

Literaturquellen: Literatur

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Quellen

  1. Dr. Krautwurst, Friedmar: 1×1 der Hundeernährung, Kynos Verlag
  2. Klaffke, Trottenberg: Morbus Wilson, Online-Aufsatz Humboldt Universität / Charité
  3. Kraft, Wilfried: Kleintierkrankheiten Bd. 1, Ulmer
  4. Wegner: Defekte und Dispositionen, Schaper