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Sinn eines Durchfalls (Diarrhoe) ist es, den Körper des Hundes von Giftstoffen zu befreien.
Die Aufnahme verschiedener Nährstoffe kann durch Darmerkrankungen stark beeinflusst werden. Mit einem kurzfristigem Durchfall kommt ein ansonsten gesunder Hund problemlos klar, jedoch kann anschließend eine Art “Vitaminkur” angebracht sein. Allerdings ist auch eine Überdosierung mit Nahrungsergänzungen unbedingt zu vermeiden. Je nach Art des Durchfalls können auch Enzyme oder spezielle Darmbakterien wichtig für die Genesung der Darmflora sein.
Im Dickdarm befindet sich die Darmflora. Diese besteht aus verschiedensten Bakterienarten, welche die bis dahin nicht verdauten Nährstoffe verstoffwechseln. Die Hauptaufgabe des Dickdarms liegt in der Wasserrückgewinnung durch eindicken des sehr flüssigen Nahrungsbreies.
Selbstreinigungsmechanismus des Körpers, z. B. wenn Giftstoffe hinein gelangt sind
Störungen der Verdauung bedingen eine Fehlfunktion der Wasserrückgewinnung im Dickdarm
Im Darm gelöste Substanzen benötigen mehr Wasser um weiter zu gelangen (gesteigerte Absorption der Nahrung)
Gesteigerte Sekretion von Elektrolyten in den Darm
Mögliche Ursachen von Durchfall sind beispielsweise:
Kleine Sünden wie das Plündern von Mülleimern
Stress,
Angst oder Aufregung (z. B. bei einem
Umzug)
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Verdorbene Nahrung
Aufnahme von
Milch oder anderen unverdaulichen Substanzen
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Darmparasiten (z. B.
Würmer; gerade bei Junghunden)
Infektionen (Viren, Pilze, Bakterien)
Störungen der Darmflora
Antibiotikatherapien oder Kortisonbehandlungen
Synthetische Substanzen wie Schwermetalle, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe usw.)
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Funktionsstörung anderer Organe
Hormonelle Störungen
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Darmtumore
Organversagen
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Auch eine Nährstoffüberversorgung kann zu Durchfall führen. Gelangen zu viele nicht verdaute Nährstoffe in den Dickdarm, kann es zu Blähungen und Durchfall kommen. Daher sollte man immer beachten was der Hund vorab erhalten hat. Bekommt er bereits Nahrungsergänzung, könnte die Dosierung auch einfach zu hoch sein.
Es könnte aber auch sein, dass der Hund nur nicht in der Lage ist die Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. In diesem Fall empfiehlt es sich die Verdaulichkeit der Nahrung zu erhöhen. Dies erfolgt über Einweichen, Pürieren oder sonstiges zubereiten des sog. Hundefutters. Die Gabe von Proenzym V kann ebenfalls Hilfreich sein.
Einen Durchfall kann man durch die Einnahme verschiedener Mittel stoppen, allerdings ist ein Durchfall ein wichtiger Reinigungsprozess des Körpers und durch eine Unterdrückung würde der schädliche Darminhalt zurückgehalten. Dies führt nicht zu einer Heilung sondern bedeutet lediglich eine Symptomunterdrückung. Es ist daher besser, die Entleerung mit Abführmitteln und Einläufen zu unterstützen (Vorher unbedingt mit einem Fachmensch abklären!). Die Erkrankung kann durch eine Diät, Kräutertees und andere Mittel besser von Grund auf geheilt werden.
Kurzweiliger Durchfall (max. 24 Stunden) kann vielerlei unbedenkliche Ursachen haben und wird von einem vitalem Hund problemlos verkraftet. Langanhaltender Durchfall kann jedoch aufgrund des Nährstoff- und Flüssigkeitsverlustes irgendwann lebensbedrohlich werden, daher ist es sehr wichtig die Ursache zu behandeln und dem Hund Infusionen zu verabreichen bis der Durchfall besser wird.
Häufige und lang anhaltende Durchfälle (und Verstopfungen) wirken sich aufgrund der entstehenden Darmgifte stark belastend auf die Nieren aus.
Kaliumverluste können zu einer Störung der Herzfunktion und Muskelschwäche führen.
Damit ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker dem Hund schnell und effektiv helfen kann, ist es wichtig, verschiedene Informationen zu Verfügung zu stellen. Eine Liste ist sinnvoll, denn häufig werden einige wichtige Informationen im Eifer des Gefechts vergessen:
Wann ist der Durchfall aufgetreten?
Wie häufig muss der Hund und wie oft kommt wirklich etwas heraus?
Kotprobe mitnehmen - der Tierarzt muss Konsistenz, Farbe und Geruch feststellen können
Was hat der Hund zuletzt gegessen?
War der Hund in letzter Zeit unbeaufsichtigt, kann er also unbemerkt Giftstoffe aufgenommen haben?
Bekommt der Hund Medikamente und wenn ja welche?
Was isst der Hund normalerweise (z. B. Frisch oder Trockennahrung)
Der Tierarzt (oder Tierheilpraktiker) wird eventuell folgende Untersuchungen durchführen:
den Kot auf Darmparasiten hin untersuchen
eine Blutuntersuchung durchführen
Röntgen (besser wäre Ultraschall!) um Krebs oder Fremdkörper ausschließen zu können
Da Röntgen nicht viel bringt, wird oft anschließend ein Ultraschall gemacht
Bakterienkulturen des Stuhls anlegen
Darmbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe)
Fasten: Vielfach wird geraten, dem Hund einen Tag lang keine Nahrung zu geben und nur stilles Mineralwasser (gänzlich ohne Kohlensäure!) zum trinken anzubieten. Dadurch kann der Darm sich von Grund auf reinigen, das Wasser versorgt den Körper gleichzeitig mit den nötigsten Nährstoffen.
Kleine Mahlzeiten: Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt belasten den Körper weniger.
Tag: Den Hund 24 Stunden fasten lassen
Tag: Magere Proteine (in der omniliteratur wären es Hühnerleichen, wir würden
Sojaproteine wie Tvp verwenden) als Brei anbieten und probiotische
Darmbakterien (wie Acidophilus) zufügen
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Tag: Die Nahrung wird durch weißen gekochten Reis ergänzt
Tag: Den weißen Reis durch Naturreis ersetzen
Tag: Langsam beginnen, die gewohnte Nahrung unter zu mischen.
(Siehe auch “Ernährung nach dem Durchfall” weiter unten.)
Infusionen um einen Nährstoffmangel und
Dehydration zu verhindern
Bachblüte - Symptome
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Crab Apple - Durchfall, ausleiten von Schadstoffen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Elm oder
Holly - Darmentzündungen durch Stress
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Siehe auch: Bachblüten
Mittel - Symptome
Baptisia D6 - Durchfall mit Fieber und Schwäche, dunkle, stinkende, schleimige Durchfälle, Verstopfung nach Durchfall
Colocynthis D4 - Kolikschmerzen, Durchfall, Blähungen
Gentiana lutea D2 - Sekretionsanregung der Magen- und Darmschleimhaut, Durchfall, Blähungen
Ipecacuantra D6 - Brechdurchfall, Vergiftungen, Infektionen
Nux vomica - Verdauungsstörungen, Durchfall, Blähungen, “Überfressen”, falsche Nahrung (zu fett etc), unverdauliche “Nahrung”, Brechdurchfall
Podophyllum D6 - Wasserartiger Durchfall der dunkelgelb bis schmutzig-grün ist. Ideal bei beginnendem Durchfall
Pulsatilla D6 - Schleimiger Durchfall, Durchfall von zu fetter Nahrung, Analdrüsenentzündung
Rhus toxicodendron - Durchfall nach Durchnässung
Sulfur D6 - Verstopfung und Durchfall durcheinander oder abwechselnd. Stinkender Kot, Häufige Folge von Entwurmung
Arsenicum album C6 - bei leichten Darmproblemen; drei mal alle vier Stunden ein Globuli.
Achtung, siehe bezüglich Homöopathie auch unbedingt: nicht vegane Homöopathische Mittel
Ferrum phosphoricum - Durchfall, Wechseldurchfall mit Verstopfung, Magen-Darmkatarrh, Darmentzündungen, Darmpilz, heller, lehmiger, schleimig blutiger Stuhl, auch mit unverdauter Nahrung
Kalium arsenicosum - Erkrankungen des Verdauungstraktes mit wässrigem Durchfall
Kalium phosphoricum - Durchfall nach Stress, Angst, Darmpilz, häufiger Stuhldrang
Magnesium phosphoricum - Durchfall, besonders bei Welpen, wässrig, schaumiger Stuhl, Blähungen, Verstopfung, Darmkrämpfe
Natrium chloratum - Blähungen, Verstopfung, Durchfall, wässrig, schleimiger Stuhl, Magen-Darmkatarrh, Darmpilze
Natrium sulfuricum - Durchfall, Brechdurchfall, Wechseldurchfall mit Verstopfung, Verstopfung, Darmpilz
Apfel: Einen rohen, geriebenen Apfel (möglichst mild und säurearm) zum Essen dazugeben oder als bessere Alternative dafür: Aplona Apfelgranulat.
Beinwellwurzel
Esskastanien: 1 TL gekocht und püriert im Essen unterstützt die Heilung
Heidekraut
Heilerde: 2 - 3 mal Täglich 1 - 5 TL ins Essen geben. Heilerde beruhigt die Schleimhaut und nimmt die Darmgifte auf. Hilft auch sehr schnell bei Stress-Durchfall oder Bauchgrummeln. Am besten wirkt Heilerde, wenn sie nicht direkt unter die Nahrung gemischt, sondern jeweils zwischen den Mahlzeiten extra gereicht wird. Z. B. mit etwas Sojajoghurt mischen oder zur Not ins Trinkwasser geben.
Isländisch Moos: 1/2 bis 1 TL Täglich normalisiert den Mineralstoffgehalt des Darmes und normalisiert die Darmflora
ca. 10 getrocknete Holunderbeeren klein gehackt unter die Nahrung mischen
ca. 10 getrocknete Heidelbeeren klein gehackt unter die Nahrung mischen
Eibisch
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Tee: 20 gr. getrocknete Heidelbeeren, 10 gr. Melisse, 10 gr. Kamille, 10 gr. Schwarze Johannisbeerblätter mischen. 2 Tl der Mischung in 1/4 l kaltes Wasser geben, kurz aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. 3x Täglich geben
Schwarztee: Den Flüssigkeitsverlust kann man mit ein bis zwei Tassen des zweiten Aufgusses von Schwarztee entgegenwirken. Eine Kanne Schwarztee aufbrühen und nach 5 Minuten abseihen. Diesen Tee nicht dem Hund geben! Nach kurzer Wartezeit einen zweiten Aufguss machen. Dadurch schmeckt der Tee zwar bitterer, enthält aber kaum noch Inhaltsstoffe welche das zentrale Nervensystem beeinträchtigen. Es sind viele Gerbstoffe enthalten, welche geschädigte Darmwandzellen beruhigen. Den zweiten Aufguss Löffelweise über den Tag verteilt geben (natürlich nicht heiß!)
1 EL getrocknete Himbeerblätter (z. b. wilde aus dem Wald) in einer Tasse kaltem Wasser 12 Stunden ziehen lassen. Anschließend 15 Min. kochen und abseihen. Diesen Tee nach dem Abkühlen schlückchenweise verabreichen
Apfelessig: Wenn es sich um einen Stressbedingten oder bei empfindlichen Hunden durch
Nahrungsumstellung hervorgerufenen Durchfall handelt, kann ein Teelöffel Apfelessig in einem halben Liter Trinkwasser des Hundes das Problem meist bereits über Nacht lösen.
2 TL Glukose aus der Apotheke in 1/2 Liter kochendem Wasser auflösen und 1/2 Teelöffel Salz hinzugeben. Bei Verdauungsbeschwerden durch große
Hitze geben
1 TL Zucker, 1 TL Brandy und 1 EL Wasser mischen und alle 15 Minuten einen Teelöffel dem Hund geben bis die Flüssigkeit verbraucht ist. Ideal bei leichten Verdauungsbeschwerden
Eine Gabel rohes Sauerkraut kann unterstützend auf die Darmflora wirken
pflanzliche Aktivkohle (Pflanzenkohle) kann Giftstoffe im Darm binden, allerdings auch alle nützlichen Stoffe, weshalb sie nie über längeren Zeitraum angewendet werden darf. Je nach Größe des Hundes wird empfohlen, bis zu drei Kohletabletten im Wasser aufzulösen und dem Hund zu verabreichen.
Eisen: Ein Mangel kann sowohl zu Durchfall als auch Verstopfung führen
Sportgetränke bringen während und vor allem nach einem Durchfall die nötige Energie zurück. Bitte immer zusätzlich auch klares Wasser anbieten
4 Esslöffel Salbeiblätter und eine
Knoblauchzehe pürieren, mit etwas Ahornsirup mischen und je nach Größe des Hundes eine kleine Menge täglich verabreichen.
Nach einem Durchfall und Antibiotikabehandlungen ist die Darmflora des Hundes in der Regel stark geschwächt. Diese können vermehrte Enzymgaben und/oder selbst gemachten bzw. gekaufter Natur-Sojajoghurt (idealer Weise “pro Biotisch”) unterstützen. Ein weiteres Mittel um die Darmflora zu stärken ist Lacto Darm, ein laut Hersteller rein pflanzliches Präparat.
Nach einem Durchfall sollte die Nahrung vorsichtig in sehr kleinen Portionen angeboten werden. Am besten eignet sich für den Anfang ein zimmerwarmer, leichter, Reis- oder Haferflockenbrei (oder fast schon Suppe). Zur Not geht aber auch Kartoffelpüree oder Nudeln. Eine geriebene gedünstete Möhre, Hefeflocken und etwas Pflanzenöl (z. B. Leinöl) können evtl. ebenfalls hinzu gegeben werden.
Die Haus- und Heilmittel entstammen verschiedener Quellen. Man kann versuchen, ein passendes Mittel zu finden, nicht aber gleichzeitig alles kombinieren! Sie sollen im Ernstfall nicht die Arbeit eines Fachmenschen (Tierarzt oder Tierheilpraktiker) ersetzen. Ob und wie einzelne Heilmittel eingesetzt werden können, bedarf einer genauen Diagnose, welche nicht immer von einem Laien richtig durchgeführt werden kann. Falsch angewendete Hausmittel können unter Umständen mehr schaden als nutzen.
Literaturquellen: Literatur
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