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Wenn wildlebende Hunde ein neues zu Hause suchen, dann legen sie vorher oft weite Strecken zurück. Dieser Tatsache angelehnt wird empfohlen einen ausgiebigen, sehr anstrengenden Spaziergang bzw. eine Wanderung zu unternehmen, bevor der Hund das erste mal sein neues Heim begutachten darf. Natürlich ist man aufgeregt, hat alles vorbereitet und möchte am liebsten gleich nach der Fahrt vom Tierheim ins kuschelige Heim, um zu sehen, wie der Hund reagiert. Doch im Sinne des Hundes sollte man seine Bedürfnisse in diesem Punkt hinten anstellen.
Während der Wanderung kann bereits das Vertrauensverhältnis aufgebaut werden und der Hund kann seine überschüssige Energie abbauen. Ganz besonders wichtig ist es, sich vor dem Spaziergang zu überlegen, wie dieser ablaufen soll. Anschließend darf man sich nicht vor Mitleid wieder umstimmen lassen. Gelingt es bereits hier alles richtig zu machen, wird der Rest sehr wahrscheinlich ein Kinderspiel. Versagt man hier und ist inkonsequent, zu hart oder zu lasch, könnte eine lange Zeit der Rehabilitierung notwendig werden. Ein guter, einfühlsamer Hundetrainer kann bei diesem ersten Gang sehr wichtige Hilfestellung bieten. Besonders wichtig ist es, dem Trainer oder Hundetherapeuten mitzuteilen, was man erwartet, wie man sich das künftige Zusammenleben vorstellt und wie man die psychische Verfassung des Hundes einschätzt. Fragt dieser erst gar nicht nach, sollte man sich die Zusammenarbeit genauer überlegen, denn dann ist es fraglich, ob er in der Lage ist auf eure individuellen Bedürfnisse entsprechend einzugehen.
Der Mensch betritt zuerst das Haus. Er ist der Anführer und schaut, ob keine Gefahr für das nachfolgende Rudel (den Hund) besteht. Nachdem du durch die Türe gegangen bist, kannst du den Hund herein bitten.
Für manche Hunde kann es hilfreich sein, wenn sie erst einmal alleine das Haus erkunden und sich mit den neuen Gerüchen vertraut machen können und nicht gleich von einem wilden Familienleben erschlagen werden. Idealer Weise schickt man die Familie einfach erst einmal vor der Ankunft ins Kino oder zum Einkaufen.
Der Rudelführer sollte nicht hinter dem Hund hertappen während sich dieser sein neues Reich anschaut, er sollte im Idealfall vorneweg gehen und dem Hund das Reich zeigen, in dem er nun leben darf. So gibt es von Anfang an keinerlei Dominanzprobleme. Wenn es Orte gibt, die für den Hund tabu sind, sollten diese auch sofort gekennzeichnet werden, indem man den Hund nicht hinein lässt und ein deutliches Signal gibt (z.B. “Nein”) um ihm zu signalisieren, dass hier nicht sein Bereich ist. Solche verbotenen Bereiche könnten z.B. der Werkraum oder das Kinderzimmer sein.
Der erste Kontakt ist sehr wichtig. Zunächst sollte das restliche Rudel nicht angelaufen kommen und den Neuankömmling mit zu viel Zuwendung erdrückt. Am besten bleibt jeder einfach stehen wo man ist und lässt den Hund erst über den Geruch, dann persönlich Kontakt aufnehmen. Wer in der Rangordnung über dem Hund stehen wird darf nicht auf ihn zulaufen und um sein Interesse betteln, er muss ihn erst missachten und wenn der Hund ankommt, kann man ihn begrüßen. Jedes Familienmitglied sollte versuchen, eine möglichst ruhige und bestimmte Energie auszustrahlen: “Es ist nichts besonderes, nur ein weiteres Familienmitglied”. Überschwängliche Gefühlsausbrüche verunsichern den Hund. Auch wenn es schwer fällt. Der Beziehung zueinander ist es nur zuträglich, wenn man sich erst die Zeit nimmt sich aneinander zu gewöhnen, bevor man einander mit körperlichen “Liebesbeweisen” überhäuft.
Gegen Abend wäre es an der Zeit noch einmal mit dem Hund raus zu gehen. Wenn du darauf achtest, dass er ausreichend Gelegenheiten hat sich zu erleichtern, stehen die Chancen recht gut, die Nacht ohne ein Missgeschick zu überstehen. Am nächsten Morgen beginnt der Alltag als erstes mit einem weiteren ausgiebigen Spaziergang.
Auch wenn es sehr schwer fällt, es sollte möglichst schnell zur Tagesordnung übergegangen werden. Für den Hund ist es sehr wichtig gleich zu wissen wie sein Tagesrhythmus aussieht, dies gibt ihm Geborgenheit. Häufig ist es so, dass der Neuling insbesondere von den Kindern Anfangs mit Liebe überschüttet und nach einigen Jahren kaum noch beachtet wird. Sorge dafür, dass Kinder den Hund nicht bedrängen und wissen, wann es genug ist. Auch wenn mensch es sich kaum vorstellen kann, der Hund möchte jetzt nicht überschwänglich betüttelt werden, sondern sich im Rudel eingliedern können. Diese Phase kann bis zu einigen Wochen andauern.
Mit einem neuen Hund darf von Anfang an normal umgegangen werden. Hunde kennen keine Schonungsphase für den Neuen. Versuche von Anfang an konsequent, fair und bestimmt zu sein.
Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, sie sind dennoch ohne Gewähr und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Siehe auch
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