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Hunde bellen um sich selbst bemerkbar zu machen, z. B. zur Kontaktaufnahme auf Entfernung oder um das Rudel zusammen zu rufen, wenn Gefahr droht. Bellen ist unserem rufen gleich zu setzen und meistens eher Zeichen von Unsicherheit oder reiner, ungeduldiger Freude.
Bei positivem oder aggressivem Bellen verändert sich Tonlage und Intensität, außerdem kann die Körpersprache Aufschluss über die Stimmung des Hundes geben. Jedoch sind Laien in der Regel nicht in der Lage dies zu unterscheiden. Auch freudiges Bellen kann manchen Mitmenschen große Angst einjagen.
Bei freudigem Bellen hat der Hund oft keine Möglichkeit zu dem “Objekt” der Begierde zu gelangen. Meist bellen Hunde an der Leine oder hinter einer Absperrung wie Zaun oder im Auto. Das Problem erübrigt sich, wenn Hunde z. B. einander kennen und beim spazieren gehen begrüßen dürfen. Auch bei Menschen hört freudiges Bellen in der Regel sofort nach einer Kontaktaufnahme auf.
Will der Hund ein für ihn bedrohliches Gegenüber vertreiben, wird er erst aufhören, wenn dieses sich entfernt. Ansonsten wird er sich, wenn man ihn lässt, immer weiter in seine Wut hineinsteigern. Er will damit lediglich etwas ausdrücken wie: “Hallo du, ich hab dich gesehen und hier bin ich, gib acht, ich bin notfalls gefährlich und hier ist mein Revier, also bleib weg.” Hat ein Hund einmal beschlossen, dass sein Gegenüber eine Gefahr darstellt, ist es sehr schwierig ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Hierzu können ähnliche Übungen helfen wie unter der Bewältigung von Angst beschrieben.
Der Spruch “bellende Hunde beißen nicht” stimmt tatsächlich in den meisten Fällen. Hunde, die angriffslustig sind, gehen eher zu einem tiefen knurren über.
Was tun, wenn Hunde viel Kläffen?
Vielfach wird angenommen, ein Hund belle grundlos. Dies ist in den seltensten Fällen richtig. Ein Hund hat völlig andere Wahrnehmungen als wir Menschen und nur, weil wir eine potentielle Gefahr nicht sehen heißt dies nicht, dass sie nicht vom Hund bemerkt wurde. Aufgrund ihres Instinktes jedoch schätzen Hunde Situationen häufiger gefährlich ein als wir Menschen. Es genügt manchmal bereits ein fremder Hund oder Mensch in Sichtweite oder ein vorbeifahrender LKW. Wichtig ist, die Gründe zu finden und einfühlsam zu vermitteln, dass diese keine Gefahr darstellen.
Hunde, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, können unter psychischen Störungen leiden und sich dadurch zu Dauerkläffern entwickeln. Auch bessere Lebensumstände ändern daran nichts. Eine psychische Störung kann nur mit viel Geduld und einer echten Therapie gelindert werden.
Einige, sehr verwöhnte bzw. verzogene Hunde kläffen auch gerne mal um ihren Willen durch zu setzen. Im Grunde ein Zeichen von Intelligenz, da sie erkannt haben, wenn sie nur lange genug nerven, gibt Mensch irgendwann nach. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem kurzen WUFF wenn Hunde raus, oder sich aus anderen Gründen bemerkbar machen müssen! Es gibt Hunde, die sitzen vor dem Kühlschrank, kläffen ohne Ende und gucken abwechselnd von Mensch zu Leckerli obwohl sie bereits genug erhalten haben.
Dieses penetrante und dreiste verhalten ist keine Seltenheit, besonders, wenn man glaubt, “es ganz besonders gut meinen zu müssen”. Genau wie verzogene Kinder sind auch verzogene Hunde keinesfalls glücklicher!
Eine weitere Gefahr steckt hinter der Respektlosigkeit. In einigen Fällen beginnen Hunde mit immer stärkeren Zwickatacken wenn man irgendwann anfängt ihr Verhalten zu ignorieren in der Hoffnung sie würden von selbst aufhören.
Ein Leckerli dann und wann ist völlig OK. Auch mal, wenn der Hund darum bittet. ABER nicht, wenn der Hund es befiehlt. Dann läuft definitiv etwas schief!
Erste Maßnahme ist, herauszufinden, warum der Hund bellt. Je nach Ursache muss dann eine individuelle Lösung gefunden werden. Anregungen könnten sein:
Viele Hunde bellen wenn am Grundstück fremde Personen vorbei laufen. Dies ist völlig natürlich und Hunde sind keine Maschinen! Problematisch wird dieses Verhalten im Grunde erst dann, wenn viele Leute ständig vorbei laufen oder sogar spielende Kinder am Zaun stehen bleiben und die Hunde nervös machen. Dann kann es mächtig Ärger mit den Nachbarn geben, die sich in ihrer Ruhe gestört fühlen können. Abhilfe könnte z. B. bieten:
Das OLG Hamm entschied 1987 (AZ.: 22 U 265/87), dass Hundebellen von insgesamt 30 Minuten täglich, oder ein ununterbrochenes Dauergebell von mehr als 10 Minuten am Stück als unzumutbare Störung einzustufen sind. Das Gericht hat entschieden, dass Tierlärm außerhalb der Zeiten von 8-13 Uhr und von 15-19 Uhr nicht (unzumutbar) hörbar sein darf.
Wir fragen uns, ob man in diesen Zeiten Menschen, die Bellen auslösen könnten, verjagen darf oder dem Hund ein Schlafmittel verabreichen soll. Dieser Richter scheint nicht verstanden zu haben, dass es sich bei Hunden nicht um abschaltbare Maschinen handelt, die wenn der Postbote um fünf nach eins klingelt, auf die Uhr gucken und sich denken, ok, jetzt darf ich dich komischen Eindringling nicht anmelden. Ein Einbrecher, der des Nächtens auf das Grundstück gerät, freut sich über dieses Urteil bestimmt auch, da Hunde ja zu dieser Zeit ruhig gestellt werden sollen. Ein Glück, dass nicht alle Menschen das Denken durch ein Gesetz ersetzen.