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Halsband oder Brustgeschirr?

Das Tragen von Halsbändern und der Glaube ohne diese könne man einen Hund nicht erziehen stammt aus einer Zeit, in der es üblich war, “Fehlverhalten” des Hundes mit einem kräftigen Leinenruck zu bestrafen. Geistig normale Menschen können geistig normale Hunde jedoch auch ohne Kette, Halsband und Schmerz erziehen.

Halsbandarten

Warum keine Halsbänder?

Angefangen bei den Folterinstrumenten, deren Gegenargumente jedem klar denkenden Menschen ersichtlich sind gibt es auch gegen ganz normale Halsbänder eine Reihe von Argumenten:

Halswirbelsäule

Die Wirbelsäule des Hundes ist genau so aufgebaut wie die des Menschen. Bindet man einem Menschen ein Halsband um die Kehle und ruckt ihn den halben Tag daran hin und her, so dauert es nicht lange, bis massive Schmerzen und verschiedene Erkrankungen an den Halswirbeln auftreten. Hunden geht es da nicht anders. Sitzt das Halsband beispielsweise genau zwischen zwei Wirbeln (was bei dünneren Halsbändern schnell passieren kann), so kann der Druck zu schmerzhaften Verschiebungen der Bandscheibe führen. Viele Menschen können nachvollziehen, wie schmerzhaft dies ist.

Kehlkopf

Sitzt das Halsband dicht am Kehlkopf, können hier massive Verletzungen auftreten. Ganz zu schweigen davon, dass dem Hund die Luft abgeschnürt wird.

Halsmuskulatur

Um den Druck des Halsbandes von den oberen Atemwegen und dem Kehlkopf zu mildern, spannt der Hund seine Halsmuskulatur an. Massive Verspannungen sind die Folge, was zu ständigen Schmerzen (Kopfschmerzen, Schmerzen an der Wirbelsäule etc.), Schwindelgefühlen und Lahmheit führen kann. Daher greift auch das Argument nicht, mit einem Halsband hätte man einen kräftigen Hund besser unter Kontrolle. Er hat im laufe der Zeit stärkere Halsmuskeln als der beste Bodybuilder und je mehr er diese durch sein Leiden trainiert, desto stärker wird er.

Der Hund wird uns nicht sagen, wenn er ständig Schmerzen hat, aber sein ständiges Leiden lässt ihn im laufe der Zeit aggressiv werden. So entstehen unbemerkt unkontrollierbare “Kampfmaschinen”

Kommunikation

Die Kommunikation der Hunde läuft hauptsächlich über Körpersprache ab. Um mit anderen Hunden kommunizieren zu können, muss der Hund Bewegungsfreiraum um den Hals haben. Wird der Kopf des Hundes durch den Zug am Halsband automatisch nach oben gerissen, drückt dies anderen Hunden gegenüber Dominanz aus, ein Konflikt ist vorprogrammiert. Dies ist einer der Gründe, warum Hunde sich an der Leine schneller in die Haare bekommen, als wenn sie frei laufen können.

Berührungen an der Halsoberseite drücken Dominanz aus, Berührungen an der Halsunterseite Unterwerfung. Was signalisieren wir einem Hund, wenn wir an der Leine ziehen? Wo liegt da der Druck?

Intimität

Berührungen an den Seiten des Halses ist nur ganz engen Familienmitgliedern zur gegenseitigen Pflege vorbehalten. Was würden wir Menschen sagen, wenn uns jemand einfach an den Po grabscht? Gerade Welpen sind von dem ersten Halsband sehr geschockt, da es ein massiver Eingriff in ihre Privatsphäre darstellt.

Flucht

Viele Hunde versuchen unangenehmen Situationen zu entkommen indem sie die Flucht antreten, und zwar nach vorne - Der Hund zieht automatisch an der Leine. Sein erziehender Mensch versucht nun mit einem Leinenruck entgegenzuwirken, was von dem Hund als ein weiterer Angriff auf den Hals interpretiert wird. Was tut ein normaler Hund wenn er angegriffen wird? Er versucht erneut zu entkommen, schlimmsten Falls wird er sich plötzlich zur Wehr setzen.

Brustgeschirr

Es ist wichtig, beim Kauf eines Brustgeschirrs auf Qualität zu achten. Schlecht verarbeitetes Material kann sich auch beim Brustgeschirr in die Haut einschneiden oder scheuern.

Info

Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, einen Hund soweit zu erziehen, dass er gänzlich ohne Leine laufen kann. Dann kann auch ein kleines Halsband völlig ausreichend sein.

Die Infos wurden nach bestem Gewissen erstellt, sie erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind ohne Gewähr.

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