Sie befinden sich hier: Vegan-Hund » Bücher und Literaturquellen » Tipps vom Hundeflüsterer

Inhaltsverzeichnis

Tipps vom Hundeflüsterer

3442337828

Buchbeschreibung

Lesen Sie hier, warum sich alle an Amerikas Nr. 1-Hundeexperten wenden. Die Tipps des “Hundeflüsterers” garantieren auch Ihnen eine gesündere und glücklichere Beziehung mit Ihrem “besten Freund”. Sie erfahren

Mit Cesar Milan lernen Sie verstehen, dass es praktisch keine Problemhunde gibt, dafür aber problematisches Verhalten ihrer “Frauchen” und “Herrchen”.

Inhaltsverzeichnis

  1. Eine Kindheit mit Hunden - Eindrücke von jenseits der Grenze
  2. Wenn wir mit den Tieren sprechen könnten - Die Sprache der Energie
  3. Hundepsychologie - Keine Couch erforderlich
  4. Die Macht des Rudels
  5. Verhaltensauffälligkeiten - Wie wir unsere Hunde verziehen
  6. Im roten Bereich - Gefährliche Aggresion
  7. Cesars Formel für einen erfüllten, ausgeglichenen und gesunden Hund
  8. Können wir nicht einfach friedlich miteinander leben? Einfache Tipps für ein glückliches Leben mit Ihrem Hund
  9. Erfüllter Hund, erfüllter Herr

Kommentare

Feilchen: Dieses Buch sollte man einmal gelesen haben. Doch kann ich es nicht ohne Einschränkung empfehlen. Es gibt sehr viele Punkte, in denen ich Cesar voll zustimmen kann, doch es gibt auch einige, die ich als sehr kritisch erachte.

“Für gewöhnlich rate ich zur Verwendung einer einfachen kurzen Leine ... ein Nylonseil ... das ich selbst zu einem Halsband binde. ... Auf jeden Fall empfehle ich - besonders bei Problemhunden -, das Halsband mehr um den Kopf als um den Hals zu binden.”1)

Kaum eine Aussage aus diesem Buch kann so viel Probleme anrichten als diese, denn in meinem Bekanntenkreis ist es bereits vorgekommen, dass jemand seinen Welpen auf diese Weise erziehen wollte. Cesar legt das Seil(!) nicht um den Hals des Hundes, wo dieser noch durch Muskeln geschützt wäre, sondern direkt an die Kehle. An dieser Stelle ist der Hund besonders empfindlich, was Cesar auch “positiv” erwähnt. Ruckartige Bewegungen in dieser Region können den Hund schwer verletzten, Kehle und Genick sind diesen Traumen hilflos ausgeliefert. Daher finde ich diese Herangehensweise als völlig unmöglich. Cesar selbst käme sicher (oder hoffentlich) nie auf die Idee einem jungen oder unterwürfigen Hund so etwas anzutun. Selbst bei dominant/aggressiven Hunden sehe ich diese Methode immer noch kritisch. Grundsätzlich zählt dies für mich jedoch bereits nicht mehr zur gewaltfreien Erziehung, ich empfehle jedem immer ein Brustgeschirr für den Hund.

Einige weitere Zitate möchte ich hier aufführen, die ich sehr wichtig finde.

“Der häufigste Fehler, den viele meiner Klienten im Umgang mit ihren Hunden machen, gleicht dem Missverständnis, dem zahlreiche Männer im Umgang mit ihren Frauen unterliegen - sie gehen davon aus, deren Verstand arbeite auf dieselbe Weise wie der ihre”2)

“Ich glaubte nie dass sie uns gleichen, aber ich kann mich auch nicht daran erinnern, jemals gedacht zu haben, dass sie weniger wert seien als wir”3)

“Bei unseren Begegnungen denken wir nur selten daran, welcher Spezies wir angehören, und wir erinnern uns fast nie daran dass auch wir Teil des Tierreichs sind.”4)

Diese und viele andere Aussagen kann ich voll unterschreiben. Er verdeutlicht hier, dass Hunde in einem ähnlichen Maße anders denken als Menschen, wie auch Männer und Frauen häufig unterschiedliche Denkstrukturen besitzen. Er beweist, dass Hunde nicht weniger wert sind als Menschen. Leider widerspricht er sich gleichzeitig in Zitaten wie diesem:

“Ich konnte nicht aufhören sie anzustarren und dachte nur noch eins: Ich muss diesen wunderschönen Hund haben.”5) OK, er war zu dieser Zeit noch ein Kind, doch seinen eigenen Aussagen nach sollte er Hunde nicht als Besitz, sondern als gleichwertige Lebewesen ansehen, die man nicht nach dem eigenen Egoismus produzieren und kaufen kann.

Weitere Aussagen haben mich zum Nachdenken angeregt. “Das Klügste, was er je zu mir gesagt hatte war: Arbeite niemals gegen Mutter Natur. Nur wenn du mit ihr arbeitest wirst du Erfolg haben.”6) und “Wir empfinden das als grausam, aber in der Natur werden die Schwachen schon früh aussortiert”7)

Zum einen fordert Cesar natürlichen Umgang mit Hunden, gleichzeitig sieht er jedoch kein Problem damit, Hunden ihre Natürlichkeit zu rauben, wenn es dem Menschen dienlich ist. So sei es dem Besitzer selbst überlassen ob er den Hund im Bett schlafen lässt (wobei er auch erwähnt, dass es völlig legitim und natürlich ist den Hund mit im Bett schlafen zu lassen), wie oft der Hund gebadet und getrimmt wird usw. Mit solchen Problemen haben gerade wir sehr häufig zu kämpfen. Menschen, die selbst “ihre” Hunde oft auch ohne es selbst zu wissen vermenschlichen, misshandeln oder benutzen, werfen uns ohne über Bedeutung und Sinn der Bezeichnung “Natürlichkeit” nachzudenken vor, durch veg. Ernährung Hunde ihrer Natürlichkeit zu berauben. Nicht nur, dass Ernährung nur ein kleiner Bereich ist, so gehen wohl die wenigsten mit den Hunden auf die Jagd und lassen ihn im Wald seine Beute suchen. Es ist wichtig, einen Hund seinen Bedürfnissen entsprechend so frei und natürlich wie möglich leben zu lassen, aber es ist in unserer Gesellschaft derzeit auch nicht zu 100% möglich oder nötig auf Natürlichkeit zu beharren, denken wir doch nur einmal an die Grausamkeit, wenn wir einem Hund nicht die Behandlung einer schmerzhaften Erkrankung zukommen lassen würden.

Zurück zu Bücher über Hundepsychologie

1) S. 264
2) S. 113
3) S. 38
4) S. 126
5) , 6) S. 46
7) S. 120